Nachruf: Paul Gauselmann, der Mann hinter der lachenden Sonne, ist gestorben
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Paul Gauselmann, der Gründer der Merkur Group, verstarb im Alter von 91 Jahren.
Die deutsche Wirtschaft verliert einen ihrer prägendsten Unternehmer: Paul Gauselmann, Gründer des Glücksspielkonzerns Merkur, ist am Freitag, den 21. August, im Alter von 91 Jahren verstorben. Dies teilte die Merkur Group mit Sitz im ostwestfälischen Espelkamp offiziell mit.
Paul Gauselmann vor Merkur-Spielautomaten.
Vom Einmannbetrieb zum Milliardenkonzern
Gauselmanns Karriere begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Was als kleiner Einmannbetrieb seinen Anfang nahm, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem global agierenden Milliardenimperium. Heute beschäftigt die Merkur Group weltweit rund 15.000 Mitarbeiter.
Allein in der Region Espelkamp und Lübbecke sichert das Unternehmen über 2.000 Arbeitsplätze und gilt damit als einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Ostwestfalen. Der jährliche Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe wird auf rund 2,1 Milliarden Euro beziffert. Das Portfolio des Konzerns umfasst den Bau von Geldspielgeräten, den Betrieb von Spielhallen und Casinos sowie Engagements im Bereich Sportwetten.
Die lachende Sonne als Markenzeichen
Geboren wurde Gauselmann 1934 in Borghorst bei Münster. Der entscheidende Durchbruch gelang ihm 1974 mit der Eröffnung seiner ersten eigenen Spielothek. Drei Jahre später brachte er mit dem Gerät „Merkur B“ ein Modell auf den Markt, das den Grundstein für den Erfolg legte.
Das bis heute weltweit bekannte Logo – die „lachende Merkur-Sonne“ – wurde zum Gesicht seines Unternehmens. Sein unternehmerisches Credo hielt Gauselmann dabei simpel: „Ich halte allerdings von Zufällen etwas, bei denen man zugreifen kann oder auch nicht“, kommentierte er einst seinen Erfolg.
Ein Leben für die Region und die Familie
Über seine geschäftlichen Erfolge hinaus war Gauselmann eng mit seiner Heimat verwurzelt. Er trat als großzügiger Mäzen auf und investierte Millionenbeträge in soziale Projekte, darunter zwei Kindergärten in Espelkamp. Insgesamt unterstützte er die Städte Espelkamp und Lübbecke mit Millioneninvestitionen aus seinem Privatvermögen.
Für sein gesellschaftliches Engagement wurde er 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet und erhielt 2004 die Ehrenbürgerwürde von Espelkamp und Lübbecke. Bereits 2024 hatte Gauselmann sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und den Vorsitz der Familienstiftung an seinen Sohn Michael übergeben.
Paul Gauselmann hinterlässt seine Ehefrau Karin, vier Söhne, neun Enkel und sieben Urenkel.

