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Nato-Manöver auf Jan Mayen: 3 Staaten überwachen russische U-Boote 1000 Kilometer vor Norwegens Küste

Die verschneite Vulkaninsel Jan Mayen im Nordpolarmeer Aktuelle News

Die abgelegene norwegische Vulkaninsel Jan Mayen dient der Nato als strategischer Vorposten im Nordatlantik.

Militärkräfte aus Norwegen, Großbritannien und den USA haben auf der abgelegenen Vulkaninsel Jan Mayen ein gemeinsames Manöver begonnen. Die bis zum 4. September angesetzte „Operation Atlantic City“ dient der Sicherung der Nato-Nordflanke im Nordpolarmeer.

Die 377 Quadratkilometer große Insel liegt rund 1000 Kilometer vom norwegischen Festland entfernt. Ihre isolierte Lage verschafft den Streitkräften einen entscheidenden strategischen Vorteil zur Früherkennung im Nordatlantik.

Strategischer Posten im Nordpolarmeer

Von Jan Mayen aus lässt sich der Seeraum kontrollieren, den Schiffe und Atom-U-Boote der russischen Nordflotte für den Vorstoß in den Atlantik nutzen müssen. Gleichzeitig schützt die Präsenz die transatlantischen Nachschubrouten zwischen Nordamerika und Europa.

Fokus auf Russlands Atom-U-Boote

Das aktuelle Training ist Teil der im Februar gestarteten Nato-Initiative „Arctic Sentry“. Die Alliierten demonstrieren damit Einsatzbereitschaft unter extremen arktischen Bedingungen.

Nato-Manöver auf Jan Mayen: 3 Staaten überwachen russische U-Boote 1000 Kilometer vor Norwegens Küste

„Durch gemeinsame Aktionen mit den Alliierten wollen wir unsere Fähigkeit und unseren Willen demonstrieren, das Staatsgebiet im Hohen Norden zu verteidigen, einschließlich der arktischen Inseln und Küstengewässer“, betonte Vizeadmiral Rune Andersen, Chef des operativen Hauptquartiers der norwegischen Streitkräfte.

Eckdaten zur Vulkaninsel Jan Mayen

  • Fläche: 377 Quadratkilometer, vergleichbar mit der Stadtfläche von Köln.
  • Vulkanismus: Der 2277 Meter hohe Beerenberg ist Norwegens einziger aktiver Vulkan und der nördlichste aktive Vulkan der Erde. Sein letzter Ausbruch ereignete sich 1985.
  • Bevölkerung: Auf der Insel leben keine permanenten Einwohner, lediglich wechselndes Personal einer Wetter- und Militärstation sowie Wissenschaftler.
  • Geschichte: Benannt 1614 nach dem niederländischen Seefahrer Jan May, diente das Eiland im 17. Jahrhundert Walfängern als Basis.

Historische Wurzeln des Manövers

Die Bezeichnung „Operation Atlantic City“ knüpft direkt an Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg an. Damals errichteten die US-Streitkräfte auf Jan Mayen eine Funk- und Wetterstation unter demselben Codenamen, um deutsche Einheiten per Peilsender aufzuspüren.

Jahrzehnte später greift das Bündnis auf diesen Stützpunkt zurück, um Präsenz an den nördlichsten Grenzen des Nato-Gebiets zu markieren.