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Nivea-Creme und Kokosöl im Haar: Warum der virale Trick die Struktur nicht verbessert

Tom Hannemann, Experte für Hair und Beauty Aktuelle News

Tom Hannemann analysiert aktuelle Beauty-Trends und deren tatsächliche Wirkung auf das Haar.

Auf Social-Media-Plattformen verbreitet sich eine unkonventionelle Rezeptur: Handelsübliche Nivea-Creme wird mit Kokosöl kombiniert und als Haarkur zweckentfremdet. Versprochen werden Glanz, Geschmeidigkeit und ein Ende von Frizz. Der Haarexperte Tom Hannemann rät von dieser Mischung jedoch ab.

Der Paraffin-Effekt: Kosmetischer Glanz ohne Tiefenpflege

Klassische Nivea-Creme basiert maßgeblich auf Paraffinum Liquidum. Dieser Inhaltsstoff wirkt stark okklusiv und legt sich als dichte Schicht um die Oberfläche.

Auf der Haarfaser sorgt dieser Film für einen kurzfristigen optischen Effekt. Die Schicht glättet Unebenheiten und reflektiert Licht besser, wodurch das Haar glänzt und Frizz verschwindet. Mit echter Regeneration hat dies jedoch nichts zu tun.

Gleichzeitig blockiert der Paraffinfilm die Haarfaser. Nachfolgende Pflegestoffe können die versiegelte Struktur kaum noch durchdringen.

Tom Hannemann
Tom Hannemann

Kokosöl: Wirkung hängt vom Haartyp ab

Anders als Hautcreme besitzt reines Kokosöl die Eigenschaft, tief in das Haarinnere einzudringen. Ob dieser Effekt nützt oder schadet, entscheidet die Ausgangsstruktur.

Nivea-Creme und Kokosöl im Haar: Warum der virale Trick die Struktur nicht verbessert

Unterschiede bei feinem und dickem Haar

Dickes, drahtiges oder extrem trockenes Haar profitiert von den reichhaltigen Fettsäuren des Kokosöls. Die Fasern gewinnen an Geschmeidigkeit.

Bei feinem bis mittelfeinem Haar führt das Eindringen des Öls hingegen oft zu Problemen. Die Strähnen wirken schnell überpflegt, hängen schwer herab oder fühlen sich starr und trocken an.

Warum die Kombination beider Produkte scheitert

Wird Kokosöl mit Nivea-Creme vermengt, hebt die Creme den potenziellen Nutzen des Öls auf. Die versiegelnde Schicht blockiert die eigentliche Wirkung des Öls an der Faser.

Haut und Haare stellen völlig unterschiedliche biologische Anforderungen an Pflegeprodukte. Wer von den Vorzügen des Kokosöls profitieren will, greift stattdessen zu speziell formulierter Haarpflege mit exakt dosiertem Ölgehalt.