ÖKO-TEST prüft 26 Snack-Tomaten: Bis zu fünf Pestizide in Proben von Rewe und Edeka
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ÖKO-TEST untersuchte 26 verschiedene Snack-Tomaten auf Rückstände von rund 600 Pestiziden.
Snack-Tomaten gelten als unkomplizierter, gesunder Happen für den Alltag. Eine Laboranalyse von ÖKO-TEST zeigt nun jedoch deutliche Qualitätsunterschiede im Handel: Während ein Großteil der Proben völlig unbelastet ist, weisen andere Produkte problematische Mehrfachbelastungen auf.
Labortest von 26 Sorten: Bio überzeugt lückenlos
Die Tester kauften insgesamt 26 verschiedene Snack-Tomaten ein – darunter Cherry-, Cocktail-, Dattel- und Romatomaten aus Supermärkten, Discountern sowie Biomärkten. Die Preise bewegten sich zwischen 0,90 Euro und 2,99 Euro pro 250 Gramm.
Ein Speziallabor analysierte die Früchte auf rund 600 Pestizidwirkstoffe sowie auf den Reifebeschleuniger Ethephon. Das Ergebnis fiel bei insgesamt 17 Produkten positiv aus, da keine bedenklichen Rückstände auffindbar waren.
Besonders die 13 getesteten Bio-Produkte glänzten durch vollständige Rückstandsfreiheit. Bei den konventionellen Tomaten schnitten unter anderem die Dattel-Cherrytomaten von Lidl mit dem Gesamturteil „sehr gut“ ab.
Cocktails aus Spritzmitteln in konventioneller Ware
Weniger erfreulich verlief die Prüfung bei einigen weiteren konventionellen Tomaten. In drei Proben wies das Labor bis zu fünf verschiedene Wirkstoffe parallel nach.
Solche Mischungen gelten unter Toxikologen als riskant, da Wechselwirkungen zwischen Einzelsubstanzen noch unzureichend erforscht sind. Einzelne nachgewiesene Stoffe stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu schädigen, krebserregend zu sein oder zählen zu den langlebigen PFAS-Verbindungen.

Schwache Noten für Rewe und Edeka
Besonders die Eigenmarken großer Handelsketten fielen negativ auf. Gleich zwei Produkte von Rewe erhielten lediglich die Note „ausreichend“, darunter die Rewe Beste Wahl Cherry-Roma-Tomaten wegen mehrerer gefundener Pestizide.
Auch die Gut & Günstig Mini-Pflaumentomaten von Edeka wurden mit „ausreichend“ bewertet, nachdem das Labor vier verschiedene Pflanzenschutzmittel in der Probe nachwies.
In der EU verbotener Wirkstoff in Importware
In zwei untersuchten Cherry-Romatomaten aus dem Import fand sich das Fungizid Dimethomorph. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft die Chemikalie als potenziell fruchtbarkeits- und hormonschädigend ein, weshalb sie in der EU seit zwei Jahren verboten ist.
Da Tomaten aus Nicht-EU-Staaten weiterhin importiert werden dürfen, landen derartige Rückstände trotz des EU-weiten Anwendungsverbots legal auf dem deutschen Markt. ÖKO-TEST strafte diesen Fund mit entsprechenden Punktabzügen ab.
