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Öl bei 100 Dollar und Gaspreis auf 79 Euro: Energie-Schock drückt den DAX

Öl bei 100 Dollar und Gaspreis auf 79 Euro: Energie-Schock drückt den DAX Aktuelle News

Öl bei 100 Dollar und Gaspreis auf 79 Euro: Energie-Schock drückt den DAX

Energiekrise verschärft sich: Gaspreis und Öl auf Jahreshöchstständen

Die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten schlägt voll auf die Energiemärkte durch. Nachdem das US-Militär fünf iranische Tanker in der Straße von Hormus zerstörte und Teheran mit Raketenangriffen reagierte, stieg der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent erstmals seit Juli wieder auf 100 US-Dollar.

Parallel dazu kletterte der europäische Erdgas-Terminkontrakt TTF an der Börse in Amsterdam auf 79,11 Euro je Megawattstunde – der höchste Stand seit Ende 2022. Die deutschen Gasspeicher weisen derzeit einen Füllstand von gut 54 Prozent auf, was im Vorjahresvergleich unterdurchschnittlich ist.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte dennoch, die Versorgung sei gesichert. Deutschland beziehe sein Gas aktuell zu 38 Prozent aus den Niederlanden und Belgien, zu 36 Prozent aus Norwegen sowie zu 18 Prozent über Flüssigerdgas-Importe (LNG).

Spritpreise klettern: ADAC fordert Aufklärung

An den deutschen Zapfsäulen kommen die Preissteigerungen bereits spürbar an. Nach Angaben des ADAC verteuerte sich Super E10 im bundesweiten Mittel um 7,6 Cent auf 2,259 Euro je Liter.

Für Diesel müssen Verbraucher mit 2,321 Euro pro Liter knapp neun Cent mehr bezahlen als in der Vorwoche. Der Verkehrsclub sieht angesichts der Margenentwicklung weiteren Erklärungsbedarf auf Ebene der Raffinerien und des Großhandels.

DAX unter Druck – Meta und Tech-Werte trotzen dem Trend

Die Furcht vor anhaltendem Inflationsdruck und weiteren Zinsschritten belastet die europäischen Aktienmärkte. Der DAX fiel am Vormittag um bis zu 0,7 Prozent auf 25.837 Zähler zurück.

An den Märkten gilt eine Anhebung des EZB-Einlagensatzes um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent am Donnerstag als weitgehend eingepreist. Im Fokus der Anleger stehen nun die anstehenden US-Inflationsdaten sowie der Zinsentscheid der Federal Reserve in der kommenden Woche.

Gegen die negative Grundstimmung stemmte sich vor US-Börsenstart die Aktie von Meta mit einem Plus von fünf Prozent. Der Konzern rollt in den USA seinen neuen KI-Agenten „Muse“ aus, der Aufgaben wie Reisebuchungen oder Autoverkäufe automatisiert abwickeln kann.

Auch die asiatischen Märkte zeigten sich dank des anhaltenden KI-Booms robust. Taiwans Exporte stiegen im August um 41,0 Prozent auf den Rekordwert von 82,4 Milliarden Dollar, getrieben von Halbleiterzulieferern wie TSMC.

Industriepolitik und Expansion: VW blickt nach Indien, Lies fordert Zölle

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies verlangte unterdessen einen Kurswechsel in der Außenwirtschaftspolitik zum Schutz heimischer Schlüsselindustrien.

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Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bei einer Ansprache in Hannover.

Die Bundesregierung müsse bei Zöllen und Local-Content-Regeln die Scheuklappen gegenüber China und den USA ablegen, forderte der SPD-Politiker in Hannover. Europa könne dem strategischen Protektionismus anderer Wirtschaftsräume nicht allein mit offenen Märkten begegnen.

Volkswagen reagiert derweil operativ auf die Marktverschiebungen und baut das Asiengeschäft abseits von China aus. Über die Tochter Skoda Auto Volkswagen India prüft der Konzern eine strategische Allianz mit dem indischen Mischkonzern JSW Group, um Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten vor Ort zu bündeln.

Auf Unternehmensebene meldete zudem die EU-Kommission grünes Licht für staatliche Beihilfen: Deutschland darf den Pharmakonzern Sanofi mit 400 Millionen Euro für den Neubau einer Insulinfabrik am Standort Frankfurt-Höchst unterstützen.