Ölpreis klettert auf 110 Dollar: Iran und Oman planen Routen-Abkommen für Straße von Hormus
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Iran-Krieg und die Lage an der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
In der omanischen Hauptstadt Maskat verhandeln der Iran und das Gastgeberland Oman über eine Neuregelung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Nach Angaben des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian soll eine Vereinbarung über alternative Schiffsrouten in der strategisch wichtigen Meerenge unterzeichnet werden.
Straße von Hormus während des Konflikts
Zu den Gesprächen in Maskat wurden auch die arabischen Golf-Anrainerstaaten eingeladen, um Einblick in die geplanten Schifffahrtskorridore zu erhalten. Bahrain hat angekündigt, das Treffen vollständig zu boykottieren.
Bedingungen an die USA und Übergabe an die IMO
Das ausgearbeitete Abkommen soll im Anschluss der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) vorgelegt werden. Nach Aussagen des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi erhalten die beteiligten Delegationen detaillierte Karten zu den neuen Routen.
Irans Präsident Massud Peseschkian
Eine unmittelbare Entspannung für den globalen Handel bedeutet die Initiative jedoch nicht. Teheran knüpft eine reguläre Öffnung der Passage an Bedingungen: Die USA müssten ihre Seeblockade aufheben und jegliche militärischen Aktionen in der Region einstellen.
Zuletzt griff das US-Militär im Rahmen einer von Präsident Donald Trump ausgerufenen „Tanker für Tanker“-Doktrin auch zivile iranische Frachter an. Bei einem Beschuss auf ein iranisches Containerschiff starb nach Angaben der staatlichen Agentur Irna ein Besatzungsmitglied, vier weitere wurden verletzt.
Die anhaltende Blockade treibt die weltweiten Energiekosten massiv nach oben. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent stieg zuletzt auf knapp 110 US-Dollar, verglichen mit rund 70 US-Dollar vor Beginn der militärischen Auseinandersetzungen im Februar.
Ausfall der saudischen Ost-West-Pipeline
Auch die Ausweichrouten der Golfstaaten zur Umgehung von Hormus geraten zunehmend unter Druck. Saudi-Arabien musste seine 1.200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline nach Drohnenangriffen aus dem Irak vorsorglich abschalten.
Die Verbindung transportiert regulär bis zu sieben Millionen Barrel Rohöl pro Tag direkt an das Rote Meer und galt bisher als wichtigste Absicherung für die saudischen Ölexporte.
Eskalation am Roten Meer und Bürgerkrieg im Jemen
Zusätzlich bedroht der Vormarsch der Huthi-Miliz den Seeverkehr an der Meerenge Bab al-Mandab. Die Aufständischen kontrollieren inzwischen die gesamte jemenitische Westküste am Roten Meer und greifen weiterhin saudische Infrastruktur an.
Lage im Jemen-Konflikt
Die militärischen Schutzmissionen, darunter die EU-Operation Aspides sowie die US-geführte Initiative Prosperity Guardian, konnten die Angriffe auf die Handelsschifffahrt bislang nicht vollständig unterbinden.
Durch die erneute Eskalation verschärft sich die humanitäre Krise im Jemen, wo bereits rund 22 Millionen Menschen auf Hilfslieferungen angewiesen sind. Über das Rote Meer setzen vermehrt Flüchtlinge nach Afrika über: Allein in Dschibuti trafen innerhalb von 24 Stunden rund 1.400 Schutzsuchende ein.



