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Olivenöl-Test: Warum teure Marken oft enttäuschen

Nahaufnahme von Händen, die mehrere Oliven halten. Aktuelle News

Olivenöl der Güteklasse „nativ extra“ enttäuschte in einer aktuellen Analyse häufig durch mangelhafte Inhaltsstoffe.

Teures Olivenöl ist kein Garant für Qualität. Eine aktuelle Untersuchung von ÖKO-TEST (Ausgabe 05/2026) deckt massive Mängel bei vielen bekannten Marken auf. Pestizidrückstände, Mineralölbestandteile und sensorische Fehler führten bei zahlreichen Produkten zu schlechten Bewertungen. Nur zwei der 30 getesteten Öle schnitten mit „sehr gut“ ab.

30 Olivenöle im Test: Anspruch vs. Realität

Für den Test wurden 30 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“ geprüft – von Discountern, Supermärkten, Drogerien und Bioläden. Die Preisspanne der Proben reichte von knapp acht bis fast 28 Euro pro Liter. 18 der Produkte trugen ein Bio-Siegel. Laut EU-Vorgaben müssten diese Öle eigentlich sensorisch fehlerfrei und von höchster Qualität sein.

Die Laborexperten untersuchten die Öle auf sensorische Merkmale wie Geruch und Geschmack sowie auf Schadstoffe: Pestizide, Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOAH) und Weichmacher wie Dibutylphthalat wurden systematisch analysiert. Das Ergebnis: Sieben Öle fielen mit „mangelhaft“ durch, nur zwei konnten die Bestnote erreichen.

Die zwei Testsieger

Gute Qualität ist möglich, ohne den Höchstpreis zu zahlen. Als „sehr gut“ wurden das Bio Native Olivenöl extra von Aldi (Anbieter Oleificio Salvadori) sowie das Rapunzel Olivenöl nativ extra aus Italien (fruchtig) bewertet. Beide Produkte überzeugten durch einen sauberen, harmonischen Geschmack und unbedenkliche Inhaltsstoffe.

Olivenöl-Test: Warum teure Marken oft enttäuschen

Pestizide und Mineralöl: Ein alarmierender Befund

Die Belastung mit Pestiziden ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr. In nahezu allen konventionellen Ölen fanden sich Rückstände verschiedener Pflanzenschutzmittel. Sogar in vier Bio-Ölen waren Spuren nachweisbar, wenngleich in geringeren Konzentrationen. Besonders kritisch bewerteten die Tester das Bellasan Native Olivenöl extra von Aldi, in dem sechs verschiedene Pestizidwirkstoffe entdeckt wurden.

Nahaufnahme von Händen, die mehrere Oliven halten.
Nahaufnahme von Händen, die mehrere Oliven halten.

Auch Mineralölrückstände fanden sich in allen 30 Proben. Während MOSH-Verbindungen sich im Körper anreichern können, sind die in vier Ölen gefundenen MOAH-Verbindungen besonders bedenklich, da sie krebserregende Substanzen enthalten können. In fünf Bio-Ölen wurde zudem der Weichmacher Dibutylphthalat nachgewiesen, der als fortpflanzungsgefährdend gilt.

Sensorische Mängel trotz Gütesiegel

Sieben Öle – darunter sechs Bio-Produkte – scheiterten bereits an der sensorischen Prüfung. Sie schmeckten ranzig, stichig oder schlammig und hätten die Bezeichnung „nativ extra“ laut EU-Verordnung gar nicht tragen dürfen. Nadja Liebmann vom Deutschen Olivenölpanel erklärt, dass solche Fehlnoten meist durch unsachgemäße Lagerung der Oliven vor der Pressung oder durch eine fehlerhafte Lagerung des Endprodukts entstehen.