Opel Corsa GSE im Test: 281 PS, Torsen-Sperre und 39.900 Euro Kampfpreis
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Opel Corsa GSE im Test: 281 PS, Torsen-Sperre und 39.900 Euro Kampfpreis
Das Sportkürzel GSE stand bei Opel in der jüngsten Vergangenheit nicht immer für kompromisslose Fahrdynamik. Während Modelle wie der Mokka GSE mit hohem Schwerpunkt und straffer Grundabstimmung im Alltag zu kämpfen hatten, geht der elektrische Corsa GSE einen deutlich radikaleren Weg.
Mit 207 kW / 281 PS und einem maximalen Drehmoment von 345 Newtonmetern zielt der Kleinwagen direkt auf anspruchsvolle Kurvenjäger. Um dieses Leistungsniveau sauber auf den Asphalt zu bringen, wurde die Technik tiefgreifend überarbeitet.
Umfangreicher Fahrwerksumbau an beiden Achsen
Der Corsa GSE ist keineswegs nur ein tiefergelegter Serien-Stromer. An der Vorderachse wuchs die Spurweite um 54 Millimeter, die Karosserie rückte 24 Millimeter näher an die Straße und die Federrate stieg um 67 Prozent.
Hinten legten die Ingenieure die Spur um 20 Millimeter breiter, senkten den Aufbau um elf Millimeter ab und strafften die Federn um 29 Prozent. Steifere Buchsen und ein neuer hohler Querstabilisator erhöhen die Wanksteifigkeit der Hinterachse um 153 Prozent, was die Gesamtsteifigkeit um 23 Prozent steigert.
Opel Corsa GSE auf der Teststrecke.
Um ein nervöses Springen über Querfugen zu verhindern, arbeiten in den Stoßdämpfern hydraulische Endanschläge. Zudem schärfte Rüsselsheim die Lenkung nach: Das Übersetzungsverhältnis verkürzte sich von 16,2:1 auf 14,5:1, kombiniert mit neuen Achsschenkeln und kürzeren Lenkhebeln.
Torsen-Differenzial und Alcon-Bremsen
Für Traktion sorgt an der Vorderachse ein mechanisches Torsen-Sperrdifferenzial. Dieses leistet beim Beschleunigen eine Sperrwirkung von bis zu 38 Prozent und beim Verzögern 28 Prozent.
Die Verzögerung übernehmen vorn Alcon-Monoblock-Festsättel mit vier Kolben auf 355-Millimeter-Scheiben, während an der Hinterachse Scheiben mit 268 Millimetern Durchmesser verbaut sind. Im Sportmodus greift der Corsa für eine konstante Bremsleistung primär auf die Reibungsbremse zurück.
Fahreigenschaften: Alltagstauglich trotz Sportabstimmung
Auf der Straße zeigt sich die Neuausrichtung harmonisch. Grobe Unebenheiten und Asphaltkanten bügelt das Fahrwerk spürbar besser weg als das des SUV-Bruders Mokka GSE.
Fahrdynamiker Christian Hartweg erklärt den Unterschied vor allem mit der Geometrie: Der Schwerpunkt liegt rund 40 Millimeter tiefer als beim Mokka. Das stabilisiert die Karosserie und ermöglicht eine ausgewogene Straßenlage ohne übertriebene Härte.
Auf kurvigen Landstraßen lenkt das Fahrzeug präzise ein. Erst bei Geschwindigkeiten jenseits der 100 km/h verliert der Elektromotor spürbar an Durchzugskraft.
Messwerte: Schneller Sprint, mäßige Ladeleistung
Der Sprint von null auf 100 km/h gelingt in 5,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 180 km/h elektronisch begrenzt. Die Batterie stellt eine nutzbare Kapazität von 51 kWh (54 kWh brutto) bereit.
Nach WLTP-Norm liegt die Reichweite bei maximal 374 Kilometern. Im Testbetrieb lag der Stromverbrauch bei 19,4 kWh/100 km, während der Hersteller 17,0 kWh/100 km angibt.
Am DC-Schnelllader zieht der Kleinwagen maximal 100 kW. Der Ladevorgang von null auf 80 Prozent dauert 27 Minuten. Ein 11-kW-Onboard-Lader für Wechselstrom ist serienmäßig an Bord.
Dynamische Kurvenfahrt mit dem sportlichen Elektro-Kleinwagen.
Verhalten auf dem Handlingkurs
Auf der abgesperrten Strecke spielt der 1.554 Kilogramm schwere Corsa GSE seine Fahrwerksmodifikationen voll aus. Das mechanische Sperrdifferenzial zieht den Wagen ohne Lenkeinflüsse aus den Kehren.
Klassisches Untersteuern tritt selbst bei forcierter Gangart kaum auf. Das ESP lässt dem Heck im Sportmodus spürbaren Spielraum, bevor es sanft eingreift, was an sportliche Ahnen wie den Corsa D OPC Nürburgring Edition erinnert.
Kritik gibt es für das Interieur: Hier dominiert einfacher Hartkunststoff, und die Navigationskarte im Fahrerdisplay wirkt grob aufgelöst. Die verbauten Sportsitze mit Karomuster bieten dagegen hervorragenden Seitenhalt auf langen Etappen.
Preise und Wettbewerb
Der Opel Corsa GSE startet bei 39.900 Euro inklusive einer umfangreichen Serienausstattung. Damit positioniert er sich ab November rund 5.000 Euro unter dem technisch verwandten Peugeot E-208 GTi.
Ein direkter Konkurrent ist der Cupra Raval mit 166 kW / 226 PS für 39.990 Euro, der dynamisch auf ähnlichem Niveau agiert, ausstattungsbereinigt jedoch teurer ausfällt.


