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Panamakanal: Reederei zahlt Rekordsumme von 3,5 Millionen Euro für Überholmanöver

Containerschiff während der Passage durch eine Schleuse des Panamakanals. Aktuelle News

Der Panamakanal kämpft mit massivem Rückstau und sinkenden Wasserständen.

Rekordpreis für die Warteschlange

Die Wartezeiten am Panamakanal erreichen ein kritisches Niveau. Aktuell müssen Frachter rund zehn Tage einplanen, um die wichtige Wasserstraße zwischen Pazifik und Atlantik zu passieren – der längste Rückstau seit Mai.

Um diese Verzögerungen zu umgehen, greifen Reedereien zu drastischen Mitteln. Ein Containerschiff zahlte laut Berichten eine Rekordsumme von rund 3,5 Millionen Euro, um sich in der Warteschlange an die Spitze zu setzen.

Geopolitik und Handelsrouten

Der Panamakanal ist eine essenzielle Abkürzung für den globalen Handel, insbesondere für die Verbindung zwischen Asien und den USA. Die Nachfrage nach Durchfahrten steigt derzeit, da zahlreiche Schiffe den Golf und das Rote Meer aufgrund der instabilen Sicherheitslage durch den Krieg im Nahen Osten meiden.

Die Kanalbehörde steuert das Aufkommen über ein Auktionssystem. Während die Startgebote für kleinere Frachter bei etwa 13.000 Euro und bei großen Schiffen bei 48.000 Euro liegen, treibt der hohe Bedarf die Preise in den Auktionen in enorme Höhen.

El Niño verschärft die Wasserknappheit

Nicht nur die politische Lage belastet den Kanal, auch das Wetter wird zum Risikofaktor. Der aktuelle El Niño führt zu sinkenden Wasserständen im Gatunsee, der die Schleusen speist.

Panamakanal: Reederei zahlt Rekordsumme von 3,5 Millionen Euro für Überholmanöver

Als Konsequenz hat die Kanalbehörde den maximal erlaubten Tiefgang für Schiffe bereits reduziert. Dies zwingt Reeder dazu, ihre Frachtmengen zu verringern. Es besteht die Sorge, dass – wie bereits 2023 – die Anzahl der täglichen Durchfahrten weiter gedrosselt werden muss.

Parallelen zu europäischen Wasserwegen

Zwischen Oktober und Juni stieg das Durchfahrtsaufkommen bereits um fünf Prozent auf durchschnittlich 35 Schiffe pro Tag, getrieben vor allem durch Container- und Flüssiggastransporte.

Ähnliche Probleme zeigen sich auch in Europa: Auf dem Rhein führen lang anhaltende Trockenperioden immer wieder zu Niedrigwasser. In solchen Phasen sind Unternehmen gezwungen, Ladungen auf Straße und Schiene zu verlagern, da die Schifffahrt wirtschaftlich nicht mehr in vollem Umfang möglich ist.