Patrick Bruel: Schwere Vorwürfe nach 16 Jahren – Zeuge schildert Vorfall im Auto
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Patrick Bruel: Schwere Vorwürfe nach 16 Jahren – Zeuge schildert Vorfall im Auto
Nach der Absage der Tournee des französischen Chansonniers Patrick Bruel bringt eine neue Zeugenaussage den Musiker weiter in Bedrängnis. Patrick Tamine, der Ex-Mann der früheren Presseagentin Karine Viseur, hat sich im Magazin Paris Match zu den Vorfällen im Jahr 2010 geäußert.
Karine Viseur wirft Bruel vor, sie im Frühjahr 2010 am Rande einer Promo-Tour für den Film „Comme les cinq doigts de la main“ in Brüssel sexuell bedrängt und eine versuchte Vergewaltigung begangen zu haben. Ihr Fall ist einer von vier, für die ein Untersuchungsrichter in Nanterre im Juni ein formelles Ermittlungsverfahren gegen den Künstler eröffnet hat.
Eklat auf dem Rücksitz in Brüssel
Patrick Tamine saß an jenem Tag im Frühjahr 2010 selbst am Steuer. Da der eigentliche Chauffeur krankheitsbedingt ausfiel, übernahm er kurzfristig die Fahrten zu verschiedenen Medienterminen in der belgischen Hauptstadt.
Während der Fahrt soll Bruel unverhohlen die Presseagentin angegangen sein. Laut Tamine sagte der Sänger auf dem Rücksitz: „Karine, nachher im Hotel können wir uns ja vielleicht ein bisschen amüsieren.“
Reaktion im Fahrzeug
Ein anwesendes Mitglied aus Bruels Begleitteam habe daraufhin versucht, die Situation zu entschärfen. Er wies den Künstler darauf hin, dass der Ehemann der Agentin vorne am Steuer sitze.
Bruels Reaktion laut Tamine: „Ich rede nicht vom Heiraten, sondern davon, dass zwei Erwachsene Spaß haben.“ Der Zeuge zeigte sich rückblickend empört: „Er hat das Auto mit einem Swingerclub verwechselt.“ Aus Sorge vor beruflichen Konsequenzen für seine damalige Frau griff er im Wagen jedoch nicht direkt ein.
Übergriff in den Räumen des TV-Senders RTBF
Von dem eigentlichen tätlichen Übergriff erfuhr Tamine erst 16 Jahre später aus der Presse. Die Situation eskalierte nach Darstellung von Karine Viseur kurz vor einem Live-Auftritt im Studio des öffentlich-rechtlichen Senders RTBF.
Bruel habe sie in eine Damentoilette gedrängt und trotz wiederholter Zurückweisungen festgehalten. Erst nach massivem körperlichem Widerstand gelang ihr die Flucht aus dem Raum, woraufhin Bruel unmittelbar danach vor die Fernsehkameras trat.
Ein Bericht des Investigativmagazins Mediapart veranlasste Viseur schließlich dazu, im Frühjahr 2026 Strafanzeige zu erstatten. Die belgischen Ermittlungsakten wurden an die zuständige Justiz in Frankreich übergeben.
Juristische Aufarbeitung in Frankreich
Die französische Justiz führt gegen Patrick Bruel vier Verfahren wegen Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung. In vier weiteren Verdachtsfällen wird er als sogenannter unterstützter Zeuge geführt.
Die Anwälte der Nebenklage fordern eine Verschärfung der Justizauflagen. Mitte September verhandelt das zuständige Gericht über den rechtlichen Rahmen seiner Auflagen, nachdem Bruel trotz laufender Untersuchungen Auslandsreisen gestattet worden waren.
