Paul Biyas mysteriöses Verschwinden: Wo steckt der älteste Präsident der Welt?
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Der kamerunische Präsident Paul Biya regiert das Land seit 1982.
Ein „Kurztrip“ ohne Rückkehr
Kameruns Präsident Paul Biya ist der derzeit älteste Staatschef der Welt. Vor zwei Monaten trat der 93-Jährige eine Reise nach Europa an, die sein Büro offiziell als „kurzen Aufenthalt“ deklarierte. Seit dem 7. Juni ist der Präsident jedoch nicht mehr in seine Heimat zurückgekehrt.
Es handelt sich dabei um die längste ununterbrochene Abwesenheit Biyas seit Jahren. Die internationale Aufmerksamkeit für diesen Vorgang wächst, da das Staatsoberhaupt in seiner Heimat faktisch von der Bildfläche verschwunden ist.
Regierung in Erklärungsnot
Die Regierung in Kamerun reagiert auf die öffentliche Ungewissheit mit spärlichen Informationen. Regierungssprecher René Emmanuel Sadi bestätigte in der vergangenen Woche lediglich, dass sich Biya in Genf aufhalte.
Sadi betonte ausdrücklich, dass sich der Präsident nicht im Krankenhaus befinde. Detaillierte Angaben zu seinem Aufenthaltsort oder den Gründen für die verlängerte Abwesenheit blieben jedoch aus.
Gerüchte und Sicherheitsbedenken
Das Fernbleiben des Präsidenten befeuert seit Jahren kursierende Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. Das kamerunische Präsidialamt hatte bereits 2024 per Dekret untersagt, in den Medien über den Gesundheitszustand des Staatschefs zu berichten. Man begründete dies als Angelegenheit der „nationalen Sicherheit“.

Dennoch ist die Regierung gezwungen, regelmäßig Lebenszeichen zu geben. Regierungssprecher Sadi bekräftigte gegenüber dem Radiosender RFI, dass Biya am Leben sei und „bald zurückkehren werde“.
Regieren aus der Ferne
Trotz der räumlichen Distanz soll Biya weiterhin in die Staatsgeschäfte eingreifen. Berichten zufolge traf er aus dem Ausland heraus wichtige Entscheidungen, darunter eine Umstrukturierung des Militärs.
Paul Biya ist erst der zweite Präsident Kameruns seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1960. Seit seiner ersten Wahl im Jahr 1984 hält er das Amt inne. Kritiker werfen ihm vor, das Land über Jahrzehnte hinweg kaum modernisiert zu haben und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu vernachlässigen.
