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Pegelstände unter 35 Prozent: Was die extreme Trockenheit in deutschen Stauseen jetzt für unser Leitungswasser bedeutet

Ausgetrocknetes Flussbett und rissiger Boden an einer deutschen Talsperre Aktuelle News

Wo sonst tiefes Wasser steht, treten durch die Dürre historische Mauern und trockene Schlammböden hervor.

In mehreren deutschen Talsperren fallen die Pegelstände derzeit drastisch unter 35 Prozent ihres regulären Fassungsvermögens. Die anhaltende Trockenheit setzt den Wasserspeichern im ganzen Land spürbar zu und legt an vielen Orten bereits alte Brücken und versunkene Ruinen frei.

Angesichts dieser Bilder wächst bei vielen Menschen die Sorge, ob das Trinkwasser aus der Leitung in den kommenden Monaten knapp werden könnte.

Warum sind Deutschlands Stauseen trotz kurzer Regenfälle so leer?

Kurze Schauer bringen oft nur oberflächliche Entlastung, weil der ausgetrocknete Waldboden das Wasser wie ein Schwamm aufsaugt. In die tiefen Erdschichten und die Zuläufe der Stauseen gelangt dadurch kaum ein Tropfen.

Besonders die fehlenden Niederschläge im Winter und Frühjahr wiegen schwer. Genau in diesen Monaten füllen sich die Speicher normalerweise auf, um das Land durch die heißen Sommermonate zu bringen.

Zudem sorgt der Klimawandel für längere Hitzeperioden, in denen die Verdunstung an den großen Wasserflächen massiv ansteigt.

Droht den Haushalten in Deutschland bald ein Trinkwasser-Stopp?

Die gute Nachricht vorweg: Ein flächendeckender Ausfall der Trinkwasserversorgung droht in Deutschland aktuell nicht. Trinkwassertalsperren genießen bei den Wasserverbänden oberste Priorität.

Gleichzeitig regulieren die Talsperrenbetreiber die Abgabe an Flüsse und Kanäle strenger, um die Frachtschifffahrt und Ökosysteme flussabwärts zu schützen. Genau dieser Spagat wird bei anhaltender Dürre jedoch von Woche zu Woche schwieriger.

Einige Kommunen haben in der Vergangenheit bereits Verbote erlassen, um die Bewässerung von Rasenflächen oder das Befüllen privater Pools aus dem Leitungsnetz zu stoppen.

Welche Regionen und Talsperren kämpfen mit den niedrigsten Werten?

Besonders die Talsperren im Harz, in Teilen Hessens wie am Edersee sowie Speicherbecken in Thüringen und Sachsen zeigen regelmäßig extreme Niedrigstände. Dort sinkt das Wasser oft so weit ab, dass historische Dorfstrukturen aus dem letzten Jahrhundert sichtbar werden.

Auch das Sauerland mit seinen Talsperren für das Ruhrgebiet muss den Durchfluss präzise kalkulieren, um Millionen Menschen und die Industrie zuverlässig zu versorgen.

Wie können wir das Wassernetz jetzt spürbar entlasten?

Niemand muss auf die tägliche Hygiene verzichten, doch schon kleine Verhaltensänderungen im Haushalt verringern die Last auf die regionalen Wasserwerke enorm.

4 einfache Tricks: So sparst du sofort hunderte Liter Wasser im Alltag

  • Garten nur am frühen Morgen gießen: Wer in der Mittagshitze sprengt, verliert bis zu 80 Prozent des Wassers durch reine Verdunstung. Ein dichter Rindenmulch im Beet hält die Feuchtigkeit zudem tagelang im Boden.
  • Grauwasser aus der Küche weiterverwenden: Das ungesalzene Wasser vom Waschen von Salat, Obst oder Gemüse lässt sich perfekt auffangen, um damit Topfpflanzen auf dem Balkon zu versorgen.
  • Sparstrahlregler (Perlatoren) einsetzen: Ein kleiner Aufsatz für wenige Euro am Wasserhahn mischt dem Wasserstrahl Luft bei. Dadurch sinkt der Verbrauch um bis zu 50 Prozent, ohne dass sich der Druck schwächer anfühlt.
  • Rasen einfach wachsen lassen: Ein sattes Grün im Hochsommer ist pure Verschwendung. Wenn die Halme etwas länger bleiben, spenden sie den Wurzeln Schatten und erholen sich beim nächsten Regen von ganz allein.

Wenn jeder Haushalt nur zehn Liter am Tag einspart, bleiben Millionen Kubikmeter Wasser in den regionalen Talsperren und Grundwasserspeichern erhalten.