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Pentagon entlässt Stars and Stripes-Führung wegen journalistischer Unabhängigkeit

Das Pentagon in Washington aus der Luft. Aktuelle News

Das Pentagon in Washington, fotografiert am 15. Juli 2026.

Das Pentagon in Washington aus der Luft.
Luftaufnahme des Pentagons in Washington.

Das Pentagon hat am Freitag den Chefredakteur von Stars and Stripes, Erik Slavin, sowie eine führende Reporterin entlassen. Der Vorwurf lautet Insubordination. Die Journalisten hatten sich zuvor öffentlich gegen Versuche des Verteidigungsministeriums gewehrt, Einfluss auf die Berichterstattung der traditionsreichen Militärzeitung zu nehmen.

Auch der langjährige Herausgeber der Zeitung, Max Lederer, wurde seines Amtes enthoben. Lederer hatte erst wenige Tage zuvor seinen altersbedingten Ruhestand angekündigt.

Ein „Roter Teppich“ für die Unabhängigkeit

Slavin erklärte gegenüber der Associated Press, er sei entlassen worden, weil er in einem CBS-Interview betont hatte, dass eine hypothetische Zensur von Nachrichten für Soldaten eine rote Linie darstelle. Die Reporterin Lara Korte, die ebenfalls an dem Interview teilnahm, erhielt zeitgleich ihre Entlassungspapiere.

„Ich bleibe bei der Haltung, dass Stars and Stripes redaktionell unabhängig bleiben muss, wie es das Gesetz und die eigenen Richtlinien des Verteidigungsministeriums vorsehen“, so Slavin.

Auch Korte äußerte sich auf der Plattform X: „Mir wurde mitgeteilt, dass das Verteidigungsministerium mich wegen Insubordination feuert, weil ich einem CBS-Reporter sagte, dass ich für Stars and Stripes arbeite – nicht für das Pentagon, nicht für die Regierung und nicht für politische Entscheidungsträger.“

Zunehmender Druck auf die Medien

Die Entlassungen fallen in eine Zeit, in der die US-Regierung einen zunehmend konfrontativen Kurs gegenüber der Presse fährt. Auch die journalistische Arbeit im Verteidigungsministerium unterlag zuletzt massiven Einschränkungen.

Pentagon entlässt Stars and Stripes-Führung wegen journalistischer Unabhängigkeit

Der Präsident des National Press Club, Mark Schoeff Jr., bezeichnete das Vorgehen als „einen unverfrorenen Versuch des Pentagons, die Berichterstattung über das Militär zu diktieren“. Er forderte die sofortige Rücknahme der Entscheidung.

Kurswechsel unter Hegseth

Der Druck auf die Zeitung hat sich unter Verteidigungsminister Pete Hegseth massiv erhöht. Das Ministerium strebt an, die Inhalte der Publikation stärker auf Themen wie „Kampfkraft“ und „Waffensysteme“ auszurichten und vermeintliche ideologische Ablenkungen zu eliminieren.

Lederer, der drei Jahrzehnte für das Medium tätig war, stellte fest, dass sich seine Auffassung von journalistischer Führung grundlegend von der Marschrichtung der aktuellen Pentagon-Spitze unterscheidet. Bereits im April hatte das Ministerium die Ombudsfrau der Zeitung, Jacqueline Smith, entlassen, die eigentlich für die Sicherung der redaktionellen Unabhängigkeit zuständig war.

Die Zukunft der Zeitung

Das Pentagon hat mit Navy-Kapitän William Urban einen aktiven Militärangehörigen als stellvertretenden Herausgeber eingesetzt. Urban betonte in einem Schreiben, er wolle eine unabhängige Berichterstattung sicherstellen, räumte jedoch ein, dass das Medium im digitalen Bereich zulegen müsse.

Ob Urban die volle Leitung der Zeitung übernimmt, ist bisher nicht bestätigt. Er selbst verfügt über keine formale journalistische Ausbildung, verweist jedoch auf seine langjährige Erfahrung als Kommunikationsprofi beim Militär.