Zum Inhalt springen
On Air Festival

Pflegekassen vor der Pleite: Schon im Oktober fehlen 500 Millionen Euro

Symbolbild zur Finanzkrise der gesetzlichen Pflegekassen Aktuelle News

Die gesetzliche Pflegeversicherung steuert auf ein massives Finanzloch zu.

Alarmstufe Rot bei den Kassenfinanzen

Den gesetzlichen Pflegekassen droht in wenigen Monaten die Zahlungsunfähigkeit. Bereits im ersten Halbjahr summiert sich das Defizit auf 770 Millionen Euro.

Bereits ab Oktober werden die regulären Einnahmen voraussichtlich nicht mehr ausreichen, um alle Pflegeleistungen vollständig auszuzahlen. Bis zum Jahresende klafft eine zusätzliche Finanzierungslücke von 500 Millionen Euro.

„Die Pflege ist akut in Not. Es herrscht Alarmstufe Rot“, warnte Verbandschef Oliver Blatt in Berlin. Wenn die Bundespolitik nicht umgehend gegensteuert, ist das Geld bald komplett aufgebraucht.

Milliardenloch trotz Bundeshilfe

Für das Gesamtjahr rechnet der Verband mit einem Minus von insgesamt 1,2 Milliarden Euro. Diese Zahl spiegelt die Lage jedoch nur geschönt wider.

Pflegekassen vor der Pleite: Schon im Oktober fehlen 500 Millionen Euro

In dieser Kalkulation ist bereits ein Bundesdarlehen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro enthalten. Das reale Defizit läge ohne diese Finanzspritze bei minus 4,4 Milliarden Euro.

Geplante Reform soll Beiträge stabil halten

Die schwarz-rote Regierungskoalition arbeitet derzeit an einer Pflegereform für den Herbst. Das Projekt gehört zu den Kernvorhaben von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU).

Die Pläne basieren auf einem Entwurf seiner Amtsvorgängerin Nina Warken (CDU). Das Konzept sieht Ausgabenbremsen und Maßnahmen für Mehreinnahmen vor, um sprunghafte Beitragsanhebungen im kommenden Jahr zu verhindern.