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Pilze sammeln in Deutschland: Die besten Reviere in 11 Bundesländern

Frische Pilze auf dem Waldboden im Moos Aktuelle News

Frische Speisepilze wachsen nach feuchten Tagen im Moos der Wälder.

Nach warmen Tagen und ersten Niederschlägen beginnt in den Wäldern die Pilzsaison. Steinpilze, Pfifferlinge und Maronen treiben überall dort aus, wo ausreichend Feuchtigkeit in die Waldböden zieht.

Wer wissen will, in welchen Regionen sich die Suche besonders lohnt, findet in Deutschland zahlreiche ergiebige Waldgebiete mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Süddeutschland: Schwarzwald und das bayerische Alpenvorland

Der Schwarzwald in Baden-Württemberg bietet Sammlern auf mehr als 1000 Kilometern Wegenetz ideale Bedingungen. Während im Nordschwarzwald vor allem Pfifferlinge in lichten Fichten- und Tannenwäldern wachsen, finden sich im gesamten Gebiet auch Waldchampignons und Maronen.

In Bayern zählt der 25 Kilometer östlich von München gelegene Ebersberger Forst zu den bekanntesten Revieren. Ebenso gelten das Alpenvorland, der Steigerwald, der Hirschwald und der Frankenwald als ergiebige Zonen für Speisepilze.


Gesammelte Speisepilze in einem Korb auf dem Waldboden

Kostenlose Kontrollen bei Strahlenbelastung

In Südbayern weisen Maronenröhrlinge und Semmelstoppelpilze mancherorts noch immer erhöhte radioaktive Messwerte auf. Steinpilze und Pfifferlinge sind davon in der Regel nicht betroffen.

In München haben Sammler die Möglichkeit, Funde in Mengen zwischen 150 und 250 Gramm kostenlos auf radioaktive Rückstände untersuchen zu lassen.

Pilzreviere rund um Berlin und Hamburg

Im Berliner Grunewald wachsen im Spätsommer und Herbst regelmäßig Steinpilze und Maronen. Da die Wege stark frequentiert sind, lohnt sich der Blick abseits der Hauptrouten sowie in den Tegeler Forst, den Spandauer Forst, die Müggelberge oder den Eiskeller.

Das Botanische Museum in Berlin bietet eine kostenlose Beratung an, um giftige Doppelgänger sicher auszuschließen.

Pilze sammeln in Deutschland: Die besten Reviere in 11 Bundesländern

Im Norden punktet Hamburg mit dem Niendorfer Gehege. Direkt angebunden an den Nahverkehr sind zudem der Sachsenwald, die Harburger Berge sowie der Segeberger Forst in Schleswig-Holstein.

Mitteldeutschland und Osten: Tausende Tonnen Ausbeute

Thüringen besitzt mit einem Waldanteil von fast einem Drittel der Landesfläche hervorragende Bedingungen. Jährlich werden dort rund 3000 Tonnen Pilze gesammelt.

Besonders der Südharz, das Areal rund um den Kunstteich bei Wettelrode, die Kohlenstraße und der Kyffhäuser-Nordrand gelten als ertragreich.

Die länderübergreifende Dübener Heide zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt beherbergt neben Birkenpilzen, Schirmpilzen und Steinpilzen auch seltene Wildtiere wie Elche. In Mecklenburg-Vorpommern zählt der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide mit über 600 nachgewiesenen Pilzarten zu den artenreichsten Revieren Norddeutschlands.

Westen und Südwesten: Trüffelfunde und Naturschutz

Der Pfälzerwald in Rheinland-Pfalz reicht bis in die französischen Nordvogesen. Neben Maronen und Flockenstieligen Hexenröhrlingen kommen dort vereinzelt seltene Schwarze Steinpilze und Kaiserlinge vor.

Im Saarland sticht das Mandelbachtal hervor, wo neben klassischen Röhrenpilzen auch Burgundertrüffel vorkommen. Am Kulturlandschaftszentrum Haus Lochfeld finden dazu regelmäßige Exkursionen statt.

Für Schutzgebiete wie die Lüneburger Heide in Niedersachsen oder ausgewiesene Zonen im hessischen Naturpark Habichtswald gelten strenge Sammelverbote. Generell ist das Ernten von Waldpilzen überall auf den reinen Eigenbedarf in kleinen Mengen beschränkt.