Quecksilber-Alarm bei DHL: Logistikzentrum in Leizen nach Gift-Fund evakuiert
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Einsatzkräfte sperrten das DHL-Logistikzentrum in Leizen nach dem Fund giftiger Substanzen weiträumig ab.
Nach dem Fund von mindestens drei mit flüssigem Quecksilber kontaminierten Sendungen haben Einsatzkräfte das DHL-Logistikzentrum in Leizen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte komplett abgeriegelt und mehr als 20 Mitarbeiter evakuiert. Eine 50-jährige Paketzustellerin klagte nach dem Kontakt mit einer ausgetretenen Substanz über Vergiftungserscheinungen und befindet sich in ärztlicher Behandlung. Spezialkräfte untersuchen das Betriebsgelände nahe Röbel-Müritz unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen.
Der Großeinsatz wurde ausgelöst, nachdem sich die betroffene Zustellerin an die Polizei wandte. Sie war bereits zuvor bei der Paketauslieferung mit einer verdächtigen Flüssigkeit in Berührung gekommen, woraufhin sich typische Vergiftungssymptome einstellten. Ein Sprecher vom Polizeipräsidium Rostock bestätigte den Großeinsatz auf dem Gelände des Gewerbegebiets.
Das DHL-Logistikzentrum in Leizen wurde evakuiert und weiträumig abgesperrt.
Großeinsatz der Spezialkräfte im Paketzentrum
Der Betrieb in dem betroffenen Paketzustellzentrum steht derzeit vollständig still. Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizeikräfte rückten mit Schutzkleidung an, um das Gebäude sowie die darin befindlichen Frachtgüter systematisch auf weitere gefährliche Stoffe zu prüfen.
Die größte Sorge der Behörden gilt der Möglichkeit, dass weitere kontaminierte Postsendungen im Logistiknetzwerk unterwegs sein könnten. Mindestens drei belastete Pakete wurden vor Ort bereits sichergestellt.
Bei einem Verdacht auf Gefahrstoffe wie Quecksilber greifen standardisierte Schutzprotokolle, um eine Kontamination weiterer Personen im Postnetzwerk konsequent zu unterbinden.
Parallelen zu Vorfall in Neustadt-Glewe
Ermittler prüfen derzeit intensive Parallelen zu einem fast identischen Vorfall im rund 70 Kilometer entfernten Neustadt-Glewe (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Dort waren zwei Frauen im Alter von 19 und 28 Jahren mit Übelkeit und starken Kopfschmerzen in eine Klinik eingeliefert worden.
Auslöser in jenem Fall war das Öffnen einer Blumensendung, aus der eine silbrige Flüssigkeit ausgetreten war. Die Analyse bestätigte auch dort das Vorhandensein von hochgiftigem Quecksilber. Ob ein direkter krimineller Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen besteht, ist zentraler Bestandteil der laufenden Ermittlungen.

Polizei am Einsatzort in Mecklenburg-Vorpommern.
Gefahrgut und Reaktionen: Fakten im Überblick
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass metallisches Quecksilber ausschließlich bei Verschlucken eine Gefahr darstellt. In der Realität verdampft das Schwermetall bereits bei Raumtemperatur und setzt hochtoxische, geruchlose Dämpfe frei, die über die Atemwege oder Hautresorption zu schweren Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Schwindel und neurologischen Schäden führen können.
| Kriterium | Ermittlungsstand |
|---|---|
| Einsatzort | DHL-Zentrum Leizen (Mecklenburgische Seenplatte) |
| Betroffene Personen | Zustellerin (50) sowie 2 Frauen (19, 28) in Neustadt-Glewe |
| Sichergestellte Substanz | Flüssiges Quecksilber |
| Kontaminierte Sendungen | Mindestens 3 Pakete in Leizen, 1 Blumensendung in Neustadt-Glewe |
| Schutzmaßnahmen | Räumung von über 20 Mitarbeitern, Spezialkräfte im Einsatz |
💡 Die Absicherung des Paketzentrums und die Dekontamination der Hallenbereiche dauern an, während die Ermittlungsbehörden die Herkunft der Sendungen zurückverfolgen.
🔍 Die Analyse aller Sendungsdaten soll Aufschluss darüber geben, ob weitere Postsendungen im Verteilnetz betroffen sind.
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