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Rätsel im Nationalpark: Unbekannte deponieren 39 Kilo Brot am Straßenrand

Das Füttern von Wildtieren kann Folgen für Mensch und Tier haben. Aktuelle News

Wildtierfütterungen greifen in das natürliche Verhalten der Tiere ein.

Ein ungewöhnlicher Fund beschäftigt die Behörden im japanischen Daisen-Oki-Nationalpark. In der Präfektur Tottori wurden zwischen dem 14. und 20. August insgesamt 39 Kilogramm Brot direkt an den Leitplanken einer Straße abgelegt.

Die örtliche Polizei ermittelt nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo News, wer die Backwaren in dem Schutzgebiet deponiert hat und welche Absicht dahintersteckt.

Verdacht auf Tierköder nach weiterem Fund

Zunächst vermuteten die Verantwortlichen, dass die Backwaren für Livestream-Aufnahmen ausgelegt wurden. „Als ich zum ersten Mal von den Berichten hörte, war mein Kopf voller Fragezeichen“, erklärte Koji Iwaihara von der Tottori-Niederlassung der Natural Parks Foundation. Kameras wurden in der Umgebung jedoch nicht gefunden.

Wenig später entdeckten Einsatzkräfte am selben Ort 1,3 Kilogramm Hühnerfleisch. Untersuchungen ergaben, dass weder das Fleisch noch das Gebäck giftige Substanzen enthielten. Die Behörden gehen daher davon aus, dass die Lebensmittel gezielt als Tierfutter oder Köder platziert wurden.

Sorge vor Bären und KI-Fälschungen im Netz

Tottoris Gouverneur Shinji Hirai äußerte Skepsis bezüglich einer gezielten Bärenfütterung. Er hinterfragte, warum die Lebensmittel direkt am Straßenrand und nicht tiefer im Waldgebiet deponiert worden seien.

Rätsel im Nationalpark: Unbekannte deponieren 39 Kilo Brot am Straßenrand

Gleichzeitig warnte der Politiker vor den Risiken: Sollten Bären tatsächlich angelockt werden, könnten sie sich an menschliche Nahrung gewöhnen und die Scheu verlieren. Zur Überwachung des Areals wurden inzwischen Kameras installiert.

Zusätzliche Probleme bereiten manipulierte Inhalte im Internet. Auf verschiedenen Plattformen kursieren KI-generierte Bilder und Videos, die Bären beim Fressen des Brotes zeigen. Die Präfektur kündigte an, gegen diese Falschmeldungen vorzugehen, um einen touristischen Imageschaden abzuwenden.

Das Füttern von Wildtieren kann Folgen für Mensch und Tier haben.
Das Füttern von Wildtieren kann Folgen für Mensch und Tier haben.

Strenge Fütterungsverbote und hohe Bußgelder

Das japanische Naturparkgesetz verbietet in Artikel 37 das Zurücklassen von Müll und das Füttern wildlebender Tiere in Schutzzonen strikt. Bei Verstößen droht eine Geldstrafe von bis zu 300.000 Yen, was etwa 1.621 Euro entspricht.

Auch in Deutschland ist die eigenmächtige Fütterung von Wildtieren durch Privatpersonen gesetzlich untersagt. Die jeweiligen Landesjagdgesetze erlauben dies meist nur Förstern oder Jägern in extremen Notzeiten. Bei Verstößen können die Behörden nach dem Bußgeldkatalog Strafen von bis zu 25.000 Euro verhängen.