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Rätselhafte Halluzinationen: Warum dieser Pilz aus Yunnan „winzige Menschen“ zeigt

Ein Lanmaoa asiatica Pilz, der für seine blaufärbende Eigenschaft bekannt ist. Aktuelle News

Der Lanmaoa asiatica ist in der chinesischen Provinz Yunnan als beliebter Speisepilz bekannt.


Ein Lanmaoa asiatica Pilz, der für seine blaufärbende Eigenschaft bekannt ist.

Was wie ein Märchen aus Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ klingt, ist in der südwestchinesischen Provinz Yunnan eine reale Gefahr. Von Juni bis August ist der Lanmaoa asiatica ein begehrter Speisepilz auf den lokalen Märkten. Doch wer den aromatischen Röhrling nicht gründlich genug gart, riskiert eine bizarre Erfahrung: den Anblick winziger, menschenähnlicher Gestalten.

Halluzinationen bei falscher Zubereitung

Krankenhäuser in Yunnan bereiten sich während der Pilzsaison regelmäßig auf Vergiftungsfälle vor. Der Verzehr des Pilzes im rohen oder unzureichend erhitzten Zustand führt nicht nur zu klassischen Vergiftungssymptomen, sondern auch zu sogenannten lilliputanischen Halluzinationen.

Betroffene berichten übereinstimmend von kleinen Figuren, die durch Räume wandern oder mit ihrer Umgebung interagieren. Diese Wahrnehmungen sind erstaunlich detailliert und gehen über bloße visuelle Verzerrungen hinaus.

Der „blau werdende“ Röhrling

Der Pilz trägt in seiner Heimat den Beinamen „Jian shou qing“, was übersetzt so viel wie „wird blau in der Hand“ bedeutet. Sein Fleisch verfärbt sich bei Druck oder Verletzungen augenblicklich intensiv blau.

Rätselhafte Halluzinationen: Warum dieser Pilz aus Yunnan „winzige Menschen“ zeigt

Trotz der bekannten Risiken ist die kulinarische Tradition stark verwurzelt. Köche schätzen den würzigen, umami-reichen Geschmack des Pilzes. Dennoch zeigen medizinische Fallserien, dass das Risiko einer Vergiftung trotz langjähriger Erfahrung mit der Zubereitung bestehen bleibt.

Ein biologisches Rätsel für die Forschung

Das Phänomen bleibt wissenschaftlich schwer greifbar. Obwohl Psilocybin die naheliegendste Ursache für halluzinogene Wirkungen bei Pilzen wäre, konnten Forscher diesen Stoff im Lanmaoa asiatica nicht nachweisen.

Die genauen Inhaltsstoffe, die für die bizarren Sinnestäuschungen verantwortlich sind, bleiben identifiziert. Damit ist der Pilz nicht nur eine regionale Delikatesse, sondern ein ungelöstes biologisches Rätsel.

Fakten zum Lanmaoa asiatica

  • Familie: Es handelt sich um einen Röhrling aus der Familie der Boletaceae.
  • Saison: Die Hauptzeit liegt zwischen Juni und August.
  • Merkmal: Bei mechanischer Einwirkung verfärbt sich das Fleisch blau.
  • Gefahr: Ungenügende Erhitzung kann schwere Halluzinationen auslösen.
  • Status: Der verantwortliche Wirkstoff für die neurologischen Effekte ist bisher wissenschaftlich nicht geklärt.