Räumung binnen 7 Tagen: Behörde stoppt Alpakafarm mit 5 Tieren in Ensingen
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Patrick Stellmach kämpft für den Verbleib seiner Alpakastuten auf der Weide in Ensingen.
Der frühere Bosch-Ingenieur Patrick Stellmach tauschte vor gut zwei Jahren den Büroalltag gegen die eigene Tierhaltung ein. Auf einer Weide direkt hinter seinem Wohnhaus in Ensingen, einem Stadtteil von Vaihingen an der Enz, hielt er fortan fünf Alpakastuten. Nun steht das Projekt vor dem plötzlichen Aus.
Ein Nachbarsehepaar reichte Beschwerde gegen die Weidehaltung ein. Als Begründung nannten die Anwohner eine befürchtete Geruchsbelästigung sowie den Verlust von Lebensqualität.
Baurecht verbietet gewerbliche Haltung im Außenbereich
Das zuständige Regierungspräsidium gab den Nachbarn nach einer rechtlichen Prüfung recht. Da Stellmach keinen landwirtschaftlichen Betrieb führt, sondern gewerblich agiert, greift für die Fläche im Außenbereich kein Privileg nach Paragraph 35 Absatz 1 des Baugesetzbuchs.
Alpaka-Besitzer Patrick Stellmach
Die behördlichen Auflagen trafen den Halter mit harten Fristen: Die fünf Tiere sollten das Grundstück innerhalb einer Woche verlassen. Für den Abbau der Umzäunung setzte die Behörde zwei Wochen an, für den Stall drei Monate.
Eine von Stellmach gestartete Petition verschaffte dem Halter jedoch vorerst Aufschub. Durch das laufende Verfahren sind die Vollzugsfristen temporär ausgesetzt.
Stadt Vaihingen suchte unbürokratische Lösung
Die baurechtliche Problematik war Stellmach bereits vor der Errichtung der Weide bekannt. Er suchte daher frühzeitig den Dialog mit der Stadtverwaltung Vaihingen, die das Vorhaben befürwortete.

Mann steht hinter einem weißen Alpaka
Die Kommune schloss daraufhin einen öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem Halter, um den Betrieb pragmatisch zu ermöglichen. Da Alpakas kaum Emissionen verursachen, rechnete im Rathaus niemand mit juristischem Widerstand aus der Nachbarschaft.
Rund 50 Bürger demonstrieren Solidarität
Der Rückhalt für den Betrieb ist in der Ortschaft groß. Am ursprünglich angesetzten Tag des Abtransports versammelten sich rund 50 Unterstützer an der Weide, um gegen die Räumung zu protestieren.
Der Petitionsausschuss prüft in den kommenden Monaten die Aktenlage und plant eine Besichtigung vor Ort. Bis zu einer endgültigen Entscheidung können zumindest die anstehenden Geburten der Alpakastuten auf dem gewohnten Areal stattfinden.
Risiken auf der Ausweichfläche
Ein von Stellmach geprüfter alternativer Standort liegt etwa 20 Gehminuten vom Wohnhaus entfernt. Diese Lage birgt jedoch praktische Gefahren für den Nachwuchs.
Der dortige Spaziergängerverkehr erhöht das Risiko unerlaubter Fütterungen erheblich. Falsche oder giftige Nahrungsmittel stellen insbesondere für neugeborene Fohlen eine akute Lebensgefahr dar.


