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Reform des EU-Vergaberechts: BPI fordert Abkehr vom Billigpreis-Diktat bei Medikamenten

Versorgungssicherheit für Europa: Die Zeit drängt! Aktuelle News

Versorgungssicherheit für Europa: Die Zeit drängt!

Die Europäische Kommission hat ihren Entwurf für den EU-Public Procurement Act (PPA) vorgestellt. Mit der Initiative soll das europäische Vergaberecht modernisiert und an aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen angepasst werden.

Aus der pharmazeutischen Industrie kommt die deutliche Forderung, die Reform direkt mit der Absicherung kritischer Lieferketten zu verknüpfen. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) drängt auf verbindliche Vorgaben zur Stärkung des Produktionsstandorts Europa.

Versorgungssicherheit für Europa: Die Zeit drängt!
Versorgungssicherheit für Europa: Die Zeit drängt!

BPI pocht auf Versorgungssouveränität statt Niedrigstpreise

Nach Ansicht des BPI muss die Versorgungssicherheit zum zentralen Maßstab bei öffentlichen Arzneimittelausschreibungen werden. BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen fordert den Aufbau belastbarer Lieferketten und stabiler Fertigungskapazitäten in der EU.

Bei öffentlichen Ausschreibungen dürfe nicht mehr ausschließlich der niedrigste Preis den Ausschlag geben. Kriterien wie verlässliche Lieferfähigkeit, nachhaltige Fertigung und Standortinvestitionen in Europa müssen laut BPI künftig systematisch honoriert werden.

Mehrfachvergabe und Vergütung von Lagerreserven

Für versorgungskritische Arzneimittel verlangt der Verband feste Regeln zur Diversifizierung. Wo es der Markt zulässt, sollen Aufträge grundsätzlich auf mehrere Lieferanten aufgeteilt werden, um Ausfälle einzelner Hersteller abzufedern.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen der Hersteller müssen nach Verbandsansicht wirtschaftlich abgebildet werden. Der Aufbau von Produktionsreserven und erweiterten Lagerbeständen erfordere eine angemessene finanzielle Vergütung im Vergabesystem.

Abstimmung mit dem Critical Medicines Act

Die neuen Vergaberegeln müssen laut Joachimsen auch für kleine und mittelständische Unternehmen praxistauglich bleiben. Pauschale Vorgaben zur Eigenleistung dürften bewährte arbeitsteilige Produktionsmodelle nicht blockieren.

Zudem fordert der BPI eine stringente Verzahnung des neuen Vergaberechts mit dem geplanten Critical Medicines Act (CMA). Nur durch einheitliche Anforderungen ließen sich bürokratische Doppelprüfungen, widersprüchliche Nachweise und Rechtsunsicherheiten für Pharmaunternehmen verhindern.