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Rente mit 63 vor dem Aus: Neuer Plan bringt 0,5 Prozent Zuschlag pro Monat ab 64

Bauarbeiter bei Straßenarbeiten in Berlin Aktuelle News

Die Debatte um den Renteneintritt nach 45 Versicherungsjahren betrifft besonders Beschäftigte in körperlich fordernden Berufen.

Die Pläne für eine umfassende Rentenreform nehmen Gestalt an: Die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren, umgangssprachlich als „Rente mit 63“ bekannt, steht vor dem Aus. Vorschläge der Rentenkommission sehen vor, diesen vorzeitigen Ruhestand ohne finanzielle Einbußen künftig komplett zu streichen.

Hintergrund der Debatte ist nicht allein die finanzielle Belastung für die Rentenkasse. Arbeitsmarktexperten sehen im aktuellen Modell ein strukturelles Problem, das den Fachkräftemangel in Deutschland verschärft.

Sonderzuschlag statt Frührente nach 45 Beitragsjahren

Professor Dr. Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kritisiert, dass das derzeitige System falsche Signale setzt. Wer die 45 Beitragsjahre voll hat, erhält die volle Anerkennung seiner Lebensleistung bislang nur dann, wenn er den Arbeitsmarkt tatsächlich vorzeitig verlässt.

Weber schlägt vor, das Prinzip umzukehren: Statt eines vorzeitigen Ausstiegs soll längeres Arbeiten direkt belohnt werden. Wer nach 45 Versicherungsjahren im Job bleibt, soll für jeden weiteren Arbeitsmonat ab dem 64. Lebensjahr einen festen Rentenzuschlag erhalten – denkbar wäre ein Plus von 0,5 Prozent pro Monat.

Durch diesen finanziellen Anreiz blieben erfahrene Fachkräfte dem Arbeitsmarkt länger erhalten. Gleichzeitig würden Staat und Sozialkassen durch fortlaufende Beitrags- und Steuerzahlungen entlastet.

Rente mit 63 vor dem Aus: Neuer Plan bringt 0,5 Prozent Zuschlag pro Monat ab 64

Ausnahmeregelungen für körperlich schwere Berufe

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Bauarbeiter bei Asphaltierungsarbeiten auf einer Straße in Berlin.

Für Beschäftigte in Berufsfeldern mit außergewöhnlich hoher körperlicher Belastung sieht der Reformvorschlag differenzierte Lösungen vor. In bestimmten Branchen könnte die Option des abschlagsfreien früheren Renteneintritts bestehen bleiben, kombiniert mit Bonus-Optionen bei freiwilligem Verbleib im Beruf.

Neuregelung der Erwerbsminderungsrente gefordert

Statistisch treten schwere gesundheitliche Einschränkungen oft lange vor dem Erreichen der 45 Beitragsjahre auf. Der durchschnittliche Erstantrag auf Erwerbsminderungsrente erfolgt in Deutschland bereits im Alter von 54 Jahren.

Nach Webers Einschätzung zwingt das aktuelle Regelwerk viele gesundheitlich beeinträchtigte Menschen dazu, sich trotz Beschwerden bis zur 45-Jahre-Grenze im Beruf zu halten, um hohe Rentenabschläge abzuwenden. Sein Gegenentwurf sieht vor, die Erwerbsminderungsrente für Langzeitversicherte gezielt mit geringeren Abschlägen auszustatten.