Rente reicht nur in 4 EU-Ländern: EU-Schnitt liegt 20 Prozent unter den Lebenshaltungskosten
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Rente reicht nur in 4 EU-Ländern: EU-Schnitt liegt 20 Prozent unter den Lebenshaltungskosten
In Deutschland beziehen Rentnerinnen und Rentner im Schnitt rund 1.500 Euro gesetzliche Altersrente pro Monat. Dass dieser Betrag im Alltag oft nicht ausreicht, ist kein deutsches Phänomen: In fast ganz Europa stehen Ruheständler vor denselben finanziellen Engpässen.
Eine Datenanalyse des Statistikportals „Datapulse“ zeigt, dass die gesetzliche Rente in der Europäischen Union meist deutlich hinter den realen Kosten zurückbleibt. Nur in vier Mitgliedstaaten deckt der staatliche Betrag rechnerisch den gesamten Lebensunterhalt ab.
Die Ausnahmen: Wo das Ruhegehalt die Ausgaben übersteigt
Lediglich in Rumänien, Tschechien, Polen und Spanien liegt die Bruttorente über den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten des jeweiligen Landes. Die Auswertung basiert auf Erhebungen aus dem Jahr 2023.
In Rumänien erhalten Ruheständler beispielsweise im Schnitt 5.800 Euro Bruttorente im Jahr. Die durchschnittlichen Alltagskosten liegen dort bei rund 4.800 Euro jährlich – das Einkommen liegt somit 21 Prozent über den Grundausgaben.
Im EU-Gesamtdurchschnitt ergibt sich das gegenteilige Bild. Europäische Rentnerinnen und Rentner beziehen im Schnitt 17.300 Euro Bruttorente im Jahr, während die jährlichen Lebenshaltungskosten bei rund 21.700 Euro liegen. Die gesetzlichen Zahlungen liegen damit rund 20 Prozent unter dem nötigen Bedarf.
Ohne betriebliche Altersversorgung (zweite Säule) oder private Vorsorge (dritte Säule) lässt sich der gewohnte Lebensstandard in der Mehrheit der europäischen Staaten kaum halten.
Wohnen und Ernährung als größte Preistreiber
Die Datenauswertung zeigt zudem einheitliche Konsummuster unter europäischen Senioren. In fast allen EU-Ländern beanspruchen zwei Posten zusammengenommen die Hälfte des gesamten Budgets: Wohnkosten und Lebensmittel.
Große Unterschiede bei den Einzelposten
Trotz des allgemeinen Trends gibt es markante nationale Abweichungen bei der Kostenverteilung:
- Malta: Wohnkosten machen lediglich 10 Prozent der Gesamtausgaben von Ruheständlern aus, während Lebensmittel 26 Prozent beanspruchen.
- Luxemburg: Hier fließen 38 Prozent der monatlichen Ausgaben in das Wohnen, aber nur 10 Prozent in Lebensmittel.
Weil Miete, Heizung und Grundnahrungsmittel den Großteil des Budgets binden, treffen Preissprünge bei Energie und Lebensmitteln europäische Rentner besonders empfindlich. Auch regelmäßige gesetzliche Rentenanpassungen fangen diese Teuerungsraten oft nur zeitversetzt auf.
