Rom halbiert Autoverkehr: Ab Januar erfassen Kameras auch ZTL-Ausfahrten
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In italienischen Innenstädten kontrollieren Kamerasysteme die Zufahrtsbeschränkungen der verkehrsberuhigten Zonen.
Rom schließt ein bekanntes Schlupfloch in seinen verkehrsbeschränkten Zonen (ZTL). Ab Januar erfassen automatisierte Kamerasysteme im historischen Zentrum nicht mehr nur die Einfahrten, sondern auch alle Ausfahrten.
Bislang nutzten viele Autofahrer die Phasen mit abgeschalteten Kameras, um in die Altstadt zu rollen und dort bis in die Sperrzeiten hinein zu verweilen. Wer künftig bei aktivierter ZTL das Gebiet verlässt, wird an der Ausfahrt registriert und automatisch zur Kasse gebeten.
Verkehrsüberwachung halbiert das Fahrzeugaufkommen
Die Installation der neuen Überwachungstechnik läuft bereits und soll im Dezember abgeschlossen sein. Nach dem Start im Centro Storico folgt die Ausweitung auf Trastevere, San Lorenzo und Testaccio.
Roms Verkehrsdezernent Eugenio Patanè begründet den Schritt mit der Überlastung der Straßen. Nach offiziellen Daten bewegen sich täglich rund 50.000 Fahrzeuge durch die Altstadt – als nachhaltig verkraftbar gelten lediglich 25.000.
Hinweisschild und Kamerasystem zur Kontrolle einer verkehrsbeschränkten Umweltzone in Italien.
Rigorose Streichung von 57.000 Genehmigungen
Parallel zur technischen Aufrüstung greift die Stadtverwaltung bei den Berechtigungsscheinen durch. Die zulässigen Kennzeichen pro Behindertenausweis wurden von drei auf zwei reduziert, wodurch 37.700 Zuweisungen erloschen sind.
Weitere 19.900 Genehmigungen, die auf verstorbene Personen ausgestellt und nie zurückgegeben worden waren, strich die Verwaltung ersatzlos.
„Schluss mit Ferrari oder Smart mit Behinderten-Ausweis“, stellte Verkehrsdezernent Patanè klar. Bei Begleitpersonen behinderter Kinder gilt nun ein striktes Wechselprinzip: Erst wenn das erste Fahrzeug die Zone nachweislich verlassen hat, darf das zweite einfahren.
Feste Zeitfenster für Eltern und Lieferverkehr
Sondergenehmigungen für Eltern von Schulkindern im Stadtkern werden künftig exakt auf die Unterrichtszeiten begrenzt. Eine private Nutzung für abendliche Fahrten in die Innenstadt ist damit technisch ausgeschlossen.
Auch der gewerbliche Lieferverkehr wird neu reglementiert. Zwischen Largo Chigi, Via del Corso und Via del Tritone gilt zwischen 9:30 und 18:00 Uhr ein Fahr- und Parkverbot für Lieferwagen.
Ab Januar 2027 folgt eine Differenzierung nach Warengruppen wie Frischfisch oder Medikamenten. Im Boden verankerte „Sospas“-Sensoren erfassen zudem künftig die exakte Verweildauer auf Ladezonen und ahnden Überschreitungen automatisch.

