Roms „Calendario Romano“: Ein neuer Pin-up-Priester stürzt die Ikone
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Der „Calendario Romano“ ist ein beliebtes Souvenir in Rom.
Seit 2004 blickte ein bekanntes Gesicht von den Titelseiten der römischen Souvenirshops: der vermeintliche Geistliche Giovanni Galizia. Doch nun gibt es eine Wachablösung. Der „Calendario Romano“, berühmt für seine ästhetischen Aufnahmen von Männern in schwarzer Soutane, präsentiert für das Jahr 2027 ein neues Gesicht auf dem Cover.
Ein neuer Favorit in den Souvenirshops
Anstelle des langjährigen Titelhelden ziert nun ein junger Mann mit blonden Locken und Dreitagebart das Cover – eine Katze im Arm. Der Aima-Verlag hält sich über die Identität des neuen Models ebenso bedeckt wie über dessen tatsächlichen Berufsstand.
Giovanni Galizia in einer Fernsehsendung.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die meisten der abgebildeten Männer keine Geistlichen sind. Giovanni Galizia, das Gesicht der letzten zwei Jahrzehnte, arbeitet im wahren Leben als Steward bei einer spanischen Fluggesellschaft. Das berühmte Foto entstand, als er gerade 17 Jahre alt war. Er beschrieb es rückblickend als das Lächeln eines verlegenen Teenagers, der sich über die Absurdität der Situation amüsierte.
Das aktuelle Cover des „Calendario Romano“.
Zwischen Pin-up und Popkultur
Der Kalender hat in Rom Kultstatus erreicht und kostet in der Regel unter zehn Euro. Auch der „Calendario Gregoriano“ ist mittlerweile auf dem Markt und bedient die gleiche Nische. Während das gedruckte Medium auf klassische Ästhetik setzt, haben Geistliche auch das digitale Zeitalter erobert.

Influencer wie Don Cosimo Schena, der über eine Million Follower auf Social Media zählt, zeigen eine moderne Seite des Klerus. Schena, der Informatik studierte, bevor er sich für das Zölibat entschied, betrachtet den digitalen Raum als Chance, Inhalte modern zu vermitteln, warnt jedoch vor extremen Positionen. „Ein Mittelweg ist das, was die heutige Zeit erfordert“, so der Priester.
Neues Interesse am Glauben
Die Faszination für das Thema, die 2004 mit den „Preti Pin-Ups“ begann, spiegelt sich auch in der Popkultur wider. Produktionen wie „Fleabag“ oder „The Young Pope“ griffen das Bild des attraktiven, aber mit dem Glauben ringenden Geistlichen auf. Experten beobachten zudem bei Jugendlichen ein neu erwachtes Interesse an religiösen Themen – getrieben von einer Sehnsucht nach Gemeinschaft in einer zunehmend einsamen Welt.


