Zum Inhalt springen
On Air Festival

Rote Liste in Hamburg: 43 Prozent aller Fischarten in der Elbe sind gefährdet

Fische schwimmen in einem mitteleuropäischen Fluss Aktuelle News

In den Hamburger Gewässern stehen zahlreiche Fischarten unter starkem Druck.

In den Hamburger Gewässern und der Elbe leben mehr als 50 heimische Fischarten. Doch der Druck auf die Bestände wächst: Laut der aktuellen Roten Liste der Hamburger Umweltbehörde sind 43 Prozent von ihnen gefährdet.

Die Dokumentation der Süßwasserfische und Rundmäuler erschien erstmals 1991, wurde 2015 fortgeschrieben und liegt nun in dritter Aktualisierung vor. Im Vergleich zur Erhebung vor zehn Jahren hat sich der Zustand für 14 Arten verschlechtert.

Der Lachs steht kurz vor dem Verschwinden

Aktuell gilt der Lachs als die einzige in Hamburg nachgewiesene Fischart, die unmittelbar vom Aussterben bedroht ist. Andere frühere Elbe-Bewohner wie der Europäische Stör und der Maifisch gelten in der Region bereits als ausgestorben oder verschollen. Für den Stör laufen allerdings Projekte zur Wiederansiedlung.

Zu den häufigen Arten zählen nach wie vor Flussbarsche, Plötzen, Gründlinge, Dreistachelige Stichlinge sowie Stinte und Europäische Aale. Trotz ihrer Häufigkeit schrumpfen die Bestände von Aal und Stint seit Jahren massiv.

Flussausbau und Barrieren belasten Wanderfische

Insgesamt 14 Fischarten werden derzeit als gefährdet oder stark gefährdet eingestuft. Neben Stint und Aal betrifft dies unter anderem die Bachforelle, Hasel, Barbe, Finte und den Wels. Regenbogenforellen oder Graskarpfen werden ohnehin fast nur noch als Einzelfänge registriert.

Rote Liste in Hamburg: 43 Prozent aller Fischarten in der Elbe sind gefährdet

Verantwortlich für den Rückgang sind laut Umweltbehörde vor allem der Ausbau und die Unterhaltung der Elbe, Wasserverschmutzung sowie fehlende Durchgängigkeit an Querbauwerken. Auch veränderte Strömungsverhältnisse durch den Klimawandel setzen die Tiere unter Stress.

Fast jede dritte Hamburger Fischart ist auf Wanderungen zwischen Nordsee und den Oberläufen angewiesen. Umweltsenatorin Katharina Fegebank betonte, Bäche und Flüsse müssten ökologisch weiter aufgewertet werden, um diese Routen passierbar zu halten.

Erfolge bei drei spezialisierten Arten

Trotz der allgemeinen Negativentwicklung gibt es positive Ausnahmen: Für Bachneunauge, Groppe und Nase hat sich die Lage verbessert. Dank gezielter Renaturierungsprojekte und saubererem Wasser gelten diese drei Arten nicht mehr als gefährdet.

Ebenfalls stabil und ungefährdet sind Bestände von Hecht, Karpfen, Schleie, Steinbeißer, Bachschmerle, Moderlieschen und Rotfeder.