Russische Militär-Tasse für 8 Euro: AfD-Abgeordneter Tillschneider will Video-Aufnahmen stoppen
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Hans-Thomas Tillschneider empfing ein Kamerateam in seinem Wahlkreisbüro.
Bei Aufnahmen zu einer Reportage über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgte ein Detail im Wahlkreisbüro von Hans-Thomas Tillschneider für Aufsehen. Der AfD-Landtagsabgeordnete empfing den Reporter Paul Ronzheimer und dessen Team in Querfurt zu einem Interview.
Vor Beginn des eigentlichen Gesprächs führte Tillschneider das Team durch seine Räumlichkeiten und zeigte verschiedene Ausstellungsstücke. Dabei fiel eine schwarze Tasse auf, die mit einem roten Stern und dem russischen Schriftzug „Armee Russlands“ bedruckt ist. Vergleichbare Andenken westlicher Streitkräfte wie der Bundeswehr waren im Büro nicht zu finden.
Ausflüchte vor laufender Kamera
Auf das Souvenir der russischen Streitkräfte angesprochen, spielte der Politiker den Fund zunächst herunter. Die Tasse stehe da einfach rum, er verbinde damit nichts Großes und habe sie geschenkt bekommen.
Im weiteren Verlauf des Austauschs reagierte Tillschneider zunehmend gereizt auf Nachfragen. Er forderte den Journalisten auf: „Jetzt hören Sie mit dieser blöden Tasse auf.“
Nach Abschluss der Dreharbeiten versuchte der AfD-Politiker, die Veröffentlichung des im Büro entstandenen Videomaterials über einen Anwalt juristisch zu verhindern.

Fan-Artikel direkt aus Moskau
Das betreffende Trinkgefäß wird im Online-Shop der Marke „Armija Rossii“ (Armee Russlands) vertrieben und kostet umgerechnet rund acht Euro. Der Vertrieb listet das russische Verteidigungsministerium als offiziellen Partner und richtet sich gezielt an Unterstützer des Militärs.
Moskau-Reisen und Botschaftsbesuche
Obwohl er das Souvenir in seinen Diensträumen platziert hat, wies Tillschneider eine generelle Solidarisierung mit der russischen Armee im Interview zurück. Parteiintern gilt der Politiker jedoch als einer der profiliertesten Vertreter des ultra-pro-russischen Flügels.
Wenige Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine trat er eine Reise nach Russland an, die er nach erheblichem Druck der Bundesspitze vorzeitig abbrach. Zudem nahm Tillschneider an Feierlichkeiten anlässlich des Geburtstags von Wladimir Putin in der russischen Botschaft in Berlin teil.
In Sachsen-Anhalt beansprucht Tillschneider eine Schlüsselrolle für seine Partei. Im Falle einer Regierungsbeteiligung gilt er als Anwärter auf das Amt des Bildungsministers und kündigte bereits Pläne an, den schulischen Geschichtsunterricht grundlegend zu reformieren.
