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Russlands Raketenbasis Plessezk: Sojus-Start nur 24 Stunden nach Drohnenangriff

Start einer russischen Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Plessezk Aktuelle News

Vom Weltraumbahnhof Plessezk starten regelmäßig militärische Nutzlasten für die russischen Streitkräfte.

Russland hat vom Militärkosmodrom Plessezk einen neuen Aufklärungssatelliten ins All befördert. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte, hob eine Trägerrakete vom Typ Sojus-2.1b am 24. August um 5.40 Uhr Moskauer Zeit von Startplatz 43 ab.

Der Flugkörper wurde unter der militärischen Sammelbezeichnung „Kosmos“ registriert und erreichte die vorgesehene Umlaufbahn. Russische Bodenstationen halten stabilen Kontakt zu dem System, Einzelheiten zur technischen Ausrüstung und den konkreten Aufgaben bleiben unter Verschluss.

Ukrainische Drohnen dringen erstmals nach Archangelsk vor

Der Raumfahrtstart erfolgte unmittelbar nach einem bemerkenswerten Zwischenfall: Nur einen Tag zuvor hatten ukrainische Langstreckendrohnen erstmals die weit im Norden gelegene Region Archangelsk erreicht. Mindestens zwei unbemannte Flugkörper drangen bis auf das Areal des Weltraumbahnhofs vor.

Aufnahmen aus der benachbarten geschlossenen Militärstadt Mirny zeigten dichten Rauch in Richtung der Abschussanlagen. Ob es zu direkten Einschlägen oder Sachschäden an der Infrastruktur kam, ist bisher nicht bestätigt.

Zusätzliche Videos dokumentierten eine tief fliegende Drohne über der Ortschaft Kargopol, rund 170 Kilometer von Plessezk entfernt. Die russischen Behörden verhängten daraufhin temporäre Flugbeschränkungen über einem nahegelegenen Flugplatz.

Russlands Raketenbasis Plessezk: Sojus-Start nur 24 Stunden nach Drohnenangriff

Schaltzentrale für Atomraketen und das „Rasswet“-Programm

Plessezk dient den russischen Streitkräften nicht nur als Startrampe für Spionagesatelliten, sondern fungiert auch als zentrales Testgelände für nukleare Interkontinentalraketen. Entsprechend hoch ist der strategische Wert des Standorts.

Aufbau eines russischen Starlink-Pendants

Zudem spielt die Basis eine Schlüsselrolle beim Aufbau der Konstellation „Rasswet“. Dieses weltraumgestützte Kommunikationsnetzwerk soll als russisches Gegenstück zu Starlink fungieren. Geplant ist, bis Ende 2027 insgesamt 292 Satelliten dieser Serie in den Orbit zu bringen.

Bereits im Frühjahr hatte Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow erklärt, ukrainische Einheiten hätten einen Drohnenangriff auf das Areal unternommen, um einen geplanten Start zu vereiteln. Damals sei der Angriff rechtzeitig abgewehrt worden.