Ryanair streicht Tausende Flüge im Winter: 2 Millionen Passagiere weniger eingeplant
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Ryanair reduziert das Flugangebot im Winter drastisch, um Treibstoffkosten zu sparen.
Die anhaltend hohen Kerosinpreise zwingen Ryanair zu deutlichen Einschnitten im Winterflugplan. Europas größter Billigflieger kündigte an, sein Angebot zu reduzieren, um die Verluste durch die teuren Treibstoffkosten einzudämmen.
Infolge der Streichungen rechnet die Fluggesellschaft im laufenden Geschäftsjahr mit rund zwei Millionen Passagieren weniger. Dadurch soll die Treibstoffrechnung um bis zu 100 Millionen Euro sinken.
Flugzeuge der Fluggesellschaft Ryanair.
Strategischer Rückzug im Winterflugplan
Für den Zeitraum von November bis März rechnet Ryanair nun mit Passagierzahlen auf Vorjahresniveau. Die Maßnahme sei eine strategische Reaktion auf die unrentablen Monate und werde vom Unternehmen als einmaliger Schritt eingestuft.
Dieser Kurswechsel markiert eine Abkehr von der bisherigen Linie, bei der Marktanteile oft unabhängig von den Rahmenbedingungen ausgebaut wurden. Der Gewinn des Konzerns wird trotz der Einsparungen voraussichtlich unter dem Rekordwert des Vorjahres liegen.
Kerosinpreise klettern um mehr als 70 Prozent
Die Luftfahrtbranche leidet seit über einem halben Jahr unter den massiven Preissteigerungen infolge des Konflikts im Nahen Osten. Nach Angriffen der USA und Israels auf den Iran waren die Treibstoffkosten wegen drohender Engpässe bei Raffineriekapazitäten sprunghaft gestiegen.
Nach Angaben des Internationalen Luftverkehrsverbands lag der Durchschnittspreis für Flugzeugtreibstoff zuletzt bei rund 157 US-Dollar (ca. 135 Euro) pro Barrel. Zu Beginn des Jahres 2026 lag der Preis noch bei etwa 90 US-Dollar (ca. 78 Euro). Damit stiegen die Kerosinkosten mehr als doppelt so stark wie der Preis für Rohöl.
Treibstoffabsicherung dämpft die Belastung nur teilweise
Ryanair hat 80 Prozent seines Treibstoffbedarfs bis März zu einem Preis von 67 US-Dollar (ca. 58 Euro) pro Barrel abgesichert. Die restlichen 20 Prozent müssen zu den aktuellen Marktpreisen bezogen werden.
Für den kommenden Sommer liegen die gesicherten Konditionen zwar unter dem aktuellen Marktniveau, fallen im Vorjahresvergleich jedoch deutlich teurer aus.
Verknapptes Angebot könnte Ticketpreise treiben
Zuletzt gaben die Flugpreise leicht nach, da Fluggesellschaften versuchten, freie Kapazitäten über günstigere Tickets zu füllen. Bleiben die Treibstoffkosten hoch, rechnet Ryanair jedoch wieder mit anziehenden Flugpreisen.
Viele europäische Kurzstreckenanbieter dürften ihre aktuellen Kapazitäten im Sommer nicht halten können. Ein knapperes Sitzplatzangebot verschafft Ryanair Spielraum, höhere Kosten an die Kunden weiterzugeben, während Konkurrenten mit geringerer Treibstoffabsicherung unter erheblichen wirtschaftlichen Druck geraten.

