Sabotage an Umspannwerk bei Jänschwalde: Zweistellige Zahl an Brandsätzen entdeckt
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Das Umspannwerk in Turnow-Preilack verteilt den im Kraftwerk Jänschwalde erzeugten Strom überregional.
Unbekannte haben einen gezielten Sabotageakt auf ein Umspannwerk im brandenburgischen Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde verübt. Die Polizei entdeckte am Dienstagmorgen mehrere unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtungen, von denen mindestens eine detonierte.
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) bestätigte den gezielten Angriff auf die Energieinfrastruktur. Die Täter platzierten eine zweistellige Anzahl an Vorrichtungen, um leitfähiges Material in die Hochspannungsleitungen zu schießen und Kurzschlüsse zu erzeugen.
Zweistellige Anzahl an Vorrichtungen entdeckt
Nach Angaben des Innenministeriums gelang es den Tätern in zwei Fällen, leitendes Material in die Leitungen einzubringen. Weitere Versuche schlugen fehl.
„Der Vorfall ist vergleichsweise glimpflich verlaufen, im Vergleich zu dem, was hätte passieren können“, erklärte Redmann. Die Behörden stufen die Tat als schweren Sabotageakt ein.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verurteilte den Anschlagsversuch scharf. Die hohe Frequenz solcher Vorfälle zeige die Notwendigkeit, kritische Infrastrukturen entschlossener zu schützen.
Reaktion im Kraftwerk Jänschwalde
Die Angriffe führten zu direkten technischen Konsequenzen im benachbarten Braunkohlekraftwerk. Der Betreiber Leag teilte mit, dass sich Block B infolge des Vorfalls aus Sicherheitsgründen automatisch abschaltete.

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz registrierte eine kurzzeitige Leitungsunterbrechung. Nach Angaben des Unternehmens kamen für den Angriff selbstgebaute Flugkörper zum Einsatz, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln.
Einsatzkräfte stellten auf dem Gelände weiteres, noch nicht gezündetes Material sicher.
LKA ermittelt wegen versuchter Sabotage
Das Landeskriminalamt Brandenburg hat die Ermittlungen übernommen. Spezialisten und Entschärfer sicherten Spuren an den Hochspannungsanlagen.
Mittlerweile sind alle Leitungen im Netz von 50Hertz wieder am Netz. Eine Gefährdung für die allgemeine Stromversorgung der Bevölkerung bestand nach Angaben der Behörden nicht.
Über die Station in Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße speist das Kraftwerk Jänschwalde den erzeugten Strom in das deutsche Übertragungsnetz ein.
