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Sabotage an Umspannwerk bei Köln: 3.000 Megawatt Leistung nach Anschlag gekappt

Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion in Bergheim Aktuelle News

Das Amprion-Umspannwerk in Bergheim nach dem Sabotagevorfall.

Nach einem schweren Zwischenfall an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Bergheim bei Köln ermitteln die Sicherheitsbehörden wegen verfassungsfeindlicher Sabotage. Unbekannte Täter hatten gezielt Kabel über eine Oberleitung geworfen und so einen massiven Kurzschluss herbeigeführt.

In der Folge mussten fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke des Energiekonzerns RWE im Rheinischen Revier schlagartig vom Netz genommen werden.

Ein Zaun umgibt ein Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion in Bergheim (Nordrhein-Westfalen), aufgenommen am 02.09.2026
Ein Zaun umgibt das Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion in Bergheim.

Ermittlungen wegen verfassungsfeindlicher Sabotage

Die Polizei war am Dienstagabend gegen 20:00 Uhr zunächst wegen einer technischen Störung alarmiert worden. Vor Ort stellte sich jedoch schnell heraus, dass es sich um einen gezielten Angriff handelte.

„Das war kein kaputter Schalter, das war Absicht, das war eine Straftat“, stellte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) klar. Wer kritische Infrastruktur attackiere, greife direkt den Staat an.

Fremdstaaten oder Linksextremismus im Verdacht

Die Ermittler prüfen den Vorfall nach Angaben des Innenministeriums derzeit in zwei Richtungen: fremdstaatlich gesteuerte Sabotage sowie Linksextremismus. Keine der beiden Spuren könne bislang ausgeschlossen werden.

Zudem wird geprüft, ob eine Verbindung zu einem parallelen Vorfall in Brandenburg besteht. Dort war am selben Tag ebenfalls ein Angriff auf ein Umspannwerk verübt worden, weshalb die Behörden unter anderem wegen des Verdachts auf Bildung einer terroristischen Vereinigung ermitteln.

Sabotage an Umspannwerk bei Köln: 3.000 Megawatt Leistung nach Anschlag gekappt


Sicherheitsmaßnahmen und Spurensicherung an Stromnetzanlagen nach Anschlägen.

Kraftwerke mit 3.000 Megawatt Einspeisung blockiert

Der Kurzschluss zog erhebliche Folgen für die Energieerzeugung nach sich. Fünf Blöcke an den RWE-Standorten Bergheim und Grevenbroich fielen schlagartig aus.

Die betroffenen Anlagen verfügen über eine Gesamtkapazität von rund 4.200 Megawatt und speisten zum Tatzeitpunkt etwa 3.000 Megawatt benötigte Leistung in das Netz ein. Laut RWE-Sprecher Matthias Beigel konnte ein erster Block am Morgen wieder ans Netz gehen, weitere sollten schrittweise hochgefahren werden.


Ermittlungsarbeiten nach Sabotageakten an der Energieinfrastruktur.

Netzstabilität gehalten, Polizei Essen übernimmt Leitung

Übertragungsnetzbetreiber Amprion erklärte, dass der Zwischenfall an der Umspannanlage Rommerskirchen Auswirkungen auf Kraftwerkszuleitungen hatte. Die eigentliche Stromversorgung der Bevölkerung sei jedoch zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, das Netz blieb stabil.

Das Gelände rund um das Umspannwerk wurde weiträumig abgesperrt und von Spezialkräften sowie einem Polizeihubschrauber untersucht. Die Einsatzleitung liegt bei der Polizei Essen, die auf komplexe Gefahrenlagen vorbereitet ist, während die Kölner Polizei parallel durch ein mehrtägiges Protestcamp gebunden war.