Sabotage an Umspannwerk bei Köln: 5 Kraftwerksblöcke mit 3.000 Megawatt Leistung abgeschaltet
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Das Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion im nordrhein-westfälischen Bergheim.
Nach einem schweren Zwischenfall an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln ermitteln die Sicherheitsbehörden wegen verfassungsfeindlicher Sabotage. Unbekannte Täter hatten Kabel über eine Oberleitung geworfen und dadurch gezielt einen massiven Kurzschluss herbeigeführt.
Das Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion in Bergheim.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) stellte klar, dass es sich keinesfalls um einen technischen Defekt handelte. Wer gezielt die Energieinfrastruktur angreife, attackiere das gesamte Land, so der Minister.
Staatsschutz prüft zwei konkrete Spuren
Die Ermittlungsbehörden schließen einen politischen oder fremdgesteuerten Hintergrund nicht aus. Laut Reul wird derzeit in zwei Richtungen ermittelt: fremdstaatlich gelenkte Sabotage sowie Linksextremismus.
Gegen 20:00 Uhr am Dienstagabend war die Polizei erstmals wegen einer Störung an der Anlage im Rhein-Erft-Kreis alarmiert worden. Vor Ort stellte sich schnell heraus, dass die Leitungen vorsätzlich manipuliert worden waren.
Möglicher Zusammenhang mit Vorfall in Brandenburg
Zeitgleich prüfen die Behörden Parallelen zu einem weiteren Vorfall. Nur wenige Stunden zuvor war auch in Brandenburg ein Umspannwerk attackiert worden.
Dort führt die Justiz bereits Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bildung einer terroristischen Vereinigung. Ein direkter Bezug zwischen beiden Taten wird nun intensiv analysiert.
Ermittlungen nach Sabotageakten an der deutschen Strominfrastruktur.
Massiver Ausfall im Rheinischen Revier
Der Anschlag hatte unmittelbare Folgen für die Energieerzeugung in der Region. Insgesamt fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke des Energiekonzerns RWE an den Standorten Bergheim und Grevenbroich wurden schlagartig vom Netz getrennt.

Zum Zeitpunkt des Kurzschlusses speisten die betroffenen Blöcke rund 3.000 Megawatt benötigte Leistung ins Netz ein. Die Gesamtkapazität der Einheiten beläuft sich auf etwa 4.200 Megawatt.
RWE Power leitete umgehend Schritte zur Wiederinbetriebnahme ein. Bereits am Mittwochmorgen konnte der erste Block wieder ans Netz gehen, zwei weitere folgten im Tagesverlauf.
Netzstabilität blieb durchgehend gesichert
Trotz des erheblichen Leistungsausfalls kam es zu keinen flächendeckenden Stromausfällen bei Endverbrauchern. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion betonte, dass die Systemstabilität zu jedem Zeitpunkt gewährleistet war.
Sicherheitsmaßnahmen und Spurensicherung an Stromnetzanlagen.
Das Gelände rund um die Umspannanlage wurde von Einsatzkräften weiträumig abgeriegelt. Zur Spurensicherung und Überwachung des Areals setzte die Polizei unter anderem einen Hubschrauber ein.
Die Einsatzführung und Ermittlungen übernahm das Polizeipräsidium Essen, das auf komplexe Gefahrenlagen und Infrastrukturdelikte spezialisiert ist.



