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Sammelklage in San Francisco: Oura wegen ungenauer Schlafanalyse vor Gericht

Die Klage stellt infrage, wie präzise Oura Schlafphasen mit den Sensoren des Rings überhaupt erfassen kann. Aktuelle News

Die Klage stellt infrage, wie präzise Oura Schlafphasen mit den Sensoren des Rings erfassen kann.

Der Smart-Ring-Hersteller Oura sieht sich in den USA mit juristischen Konsequenzen konfrontiert. Eine vor einem Gericht in San Francisco eingereichte Sammelklage wirft dem Unternehmen vor, Verbraucher mit falschen Versprechungen über die Präzision seiner Schlaferfassung zu täuschen.

Die von der Kanzlei Clarkson Law Firm eingereichte Klageschrift fordert einen Geschworenenprozess. Im Zentrum des Rechtsstreits stehen die Marketingaussagen zur KI-gestützten Erkennung und Analyse einzelner Schlafphasen.

Vorwurf: KI-Schätzungen statt präziser Messung

Die Klägerseite argumentiert, dass die miniaturisierten Sensoren des Rings rein technisch nicht in der Lage seien, komplexe physiologische Vorgänge verlässlich abzubilden. Die ermittelten Schlafphasen seien im Grunde bloße Schätzungen auf Basis künstlicher Intelligenz, die kaum über die Trefferquote von Zufallswerten hinausgingen.

Im klinischen Umfeld leiten Schlaflabore Gehirnströme direkt über Elektroden ab, um Schlafstadien über die sogenannte Polysomnographie exakt zu bestimmen. Einem Wearable fehlen diese Messmethoden vollständig. Dennoch erwecke das Marketing von Oura den Eindruck einer medizinischen Zuverlässigkeit.

Die Klage stellt infrage, wie präzise Oura Schlafphasen mit den Sensoren des Rings überhaupt erfassen kann. (Symbolfoto)
Die Klage stellt infrage, wie präzise Oura Schlafphasen mit den Sensoren des Rings überhaupt erfassen kann.

Oura weist die Anschuldigungen zurück

Das Unternehmen wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück und kündigte an, sich vor Gericht zu verteidigen. Oura betonte, dass der Ring kein medizinisches Gerät sei und keine klinische Untersuchung ersetze.

Sammelklage in San Francisco: Oura wegen ungenauer Schlafanalyse vor Gericht

Gleichzeitig erklärte der Hersteller, die eigene Schlafphasenbestimmung sei in mehreren unabhängigen Studien wissenschaftlich validiert und im Vergleich zum klinischen Goldstandard positiv bewertet worden. Die zugrundeliegenden Mechanismen und Messparameter lege man transparent offen.

Grenzen von Fitness-Trackern und Smart-Ringen

Tragbare Tracker erfassen Vitaldaten wie Puls, Schlafdauer, Blutsauerstoff und Aktivität direkt am Körper. Trotz fortschrittlicher Sensortechnik liefern die Geräte jedoch Näherungs- und Schätzwerte, die je nach Modell und Rahmenbedingungen schwanken.

Für Nutzer dienen diese Messungen primär als Trendanzeige über längere Zeiträume hinweg. Sie liefern Anhaltspunkte für das eigene Wohlbefinden, ersetzen jedoch bei gesundheitlichen Auffälligkeiten oder Schlafstörungen keine laborgestützte Diagnostik.