Schichtbeginn um 3 Uhr nachts: 18-Jähriger verbringt Sommerferien in der Backstube
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Statt Urlaub zu machen, lernte der Schüler in der Backstube das Bäckerhandwerk von Grund auf.
Statt Freizeit und Erholung wählte der 18-jährige Giovanni Boeri harte Nachtarbeit. Während Gleichaltrige den Sommerurlaub verbrachten, stand der Schüler aus der italienischen Provinz Piacenza freiwillig am Backofen.
In der traditionsreichen Bäckerei von Danilo Cavanna im Bergort Ferriere packte Boeri über die Sommermonate mit an. Seine ersten Kunden waren häufig Jugendliche im selben Alter, die frühmorgens auf dem Heimweg aus der Disco vorbeikamen.
Arbeitsschicht startet um 3 Uhr nachts
Boeri wollte nach eigenen Angaben keinen beliebigen Ferienjob, sondern ein echtes Handwerk von Grund auf erlernen. Seine private Leidenschaft für das Kochen brachte ihn schließlich in die Backstube.
Der Arbeitsalltag verlangte Disziplin: An normalen Schichttagen begann die Arbeit bereits um 3 Uhr nachts. Um rechtzeitig fit zu sein, ging der Schüler bereits um 21 Uhr schlafen.
Große Entlastung im Ferienort
Für Bäckereisinhaber Danilo Cavanna war der Schüler ein seltener Glücksfall. Während der sommerlichen Hauptsaison im August steigt die Einwohnerzahl des Urlaubsortes Ferriere massiv an, was die Backstube an ihre Kapazitätsgrenzen bringt.

Gleichzeitig gestaltet sich die Personalsuche für körperlich fordernde Nachtarbeit im Traditionshandwerk extrem schwierig. Laut Cavanna sei es heute eine absolute Ausnahme, einen 18-Jährigen zu finden, der freiwillig seine Ferien für die harte Arbeit am Ofen opfert.
Statt Urlaub zu machen, lernte der Schüler in der Backstube das Bäckerhandwerk von Grund auf.
Ausbildungszahlen in Deutschland steigen an
Der Nachwuchsmangel ist auch im deutschen Bäckerhandwerk ein dauerhaftes Thema, wenngleich aktuelle Zahlen eine positive Tendenz zeigen. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks verzeichnete für 2025 insgesamt 11.389 Auszubildende.
Vor allem in der Backstube wuchs das Interesse spürbar: Mit 2.328 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen legte der Bereich um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Bei den Bäckereifachverkäuferinnen und -verkäufern gab es ein Plus von 9,3 Prozent bei den Neuabschlüssen.

