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Schlagabtausch im MDR: AfD-Spitzenkandidat Siegmund weicht bei 100-Tage-Programm aus

Schlagabtausch im MDR: AfD-Spitzenkandidat Siegmund weicht bei 100-Tage-Programm aus Aktuelle News

Schlagabtausch im MDR: AfD-Spitzenkandidat Siegmund weicht bei 100-Tage-Programm aus

Der Auftritt von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Magdeburger MDR-Studio begann mit Applaus und Namensrufen aus dem Publikum. Doch das Gespräch mit Moderator Andreas Wunn entwickelte sich rasch zu einem scharfen Wortgefecht.

Wunn konfrontierte den Politiker direkt zu Beginn mit den wirtschaftspolitischen Plänen der Partei für Sachsen-Anhalt. Konkrete Maßnahmen zur Wirtschaft fehlen laut Wunn im vorgelegten 100-Tage-Sofortprogramm der AfD.

Ausweichende Antworten zur Wirtschaftspolitik

„Da müssen wir wohl noch mal zusammen reingucken“, reagierte Siegmund auf die Feststellung des Moderators. Er wies die Kritik zurück, blieb auf mehrfache Nachfragen nach konkreten Konzepten jedoch vage.

Statt Details zu nennen, kündigte der Spitzenkandidat lediglich an: „Wir wollen jede Ideologie aus dem Wirtschaftsministerium streichen.“

Konfrontation mit Aussagen von Martin Reichardt

Das Interview spitzte sich zu, als Wunn einen Videoausschnitt des AfD-Landesvorsitzenden Martin Reichardt einspielte. Reichardt hatte auf dem Jahreskongress der Parteijugend „Generation Deutschland“ verbale Angriffe gegen staatliche Institutionen geführt.

Darin bezeichnete Reichardt die Bundesrepublik unter anderem als „stinkenden, faulen Assi“ und attackierte Medien sowie linke Organisationen. Siegmund distanzierte sich im Studio nicht von diesen Worten und erklärte, die Formulierungen passten zum Rahmen einer Jugendorganisation.

Attacken auf den MDR und Regierungsanspruch

Stattdessen griff Siegmund die öffentlich-rechtlichen Sender direkt an. Er warf ihnen vor, maßgeblich an gesellschaftlichen Gräben beteiligt zu sein, und bekräftigte das Parteiziel, den MDR-Staatsvertrag im Falle einer Regierungsübernahme zu kündigen.

Zudem stellte Siegmund klar, dass er sich bei der Landtagswahl am 6. September nur im Falle einer absoluten Mehrheit für das Amt des Ministerpräsidenten bewerben werde. Ob dies eine Brandmauer sei, kommentierte er knapp mit den Worten: „Das kann man sich so schönreden.“

Nachdem der AfD-Politiker mehrfach konkrete Antworten verweigerte, äußerte sich Moderator Wunn zum Ende des Gesprächs ratlos. Für seine Kritik an Siegmunds Ausflüchten erhielt Wunn schließlich Beifall und Jubelrufe aus dem Studiopublikum.