Seekabel nach Helgoland: 750-Meter-Verlegung schützt Stromnetz für 25 Jahre
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Seekabel nach Helgoland: 750-Meter-Verlegung schützt Stromnetz für 25 Jahre
Das Seekabel zwischen der Nordseeinsel Helgoland und dem schleswig-holsteinischen Festland erhält eine neue Trassenführung am Strand von St. Peter-Ording. Da die Gezeiten das bestehende Verbindungsstück im Sand immer wieder freispülten, verlegt der Netzbetreiber SH Netz die Übergabestelle nun 750 Meter weiter ins Landesinnere.
Spezialfräse im Einsatz am Strand von St. Peter-Ording
Am Dienstagmorgen starteten die Tiefbauarbeiten an der bisherigen Freispülungsstelle direkt an der Wasserkante. Eine schwere Spezialmaschine fräste den 750 Meter langen Kabelgraben in den Strandsand.
Bauarbeiten mit einer Fräsmaschine am Strand von St. Peter-Ording.
Die Fräse, die regulär für die Entwässerung großer Baustellen genutzt wird, benötigte rund acht Stunden für die gesamte Strecke. Der neue Schacht verläuft von der Wasserkante an der Strandbar 54 Grad Nord vorbei in Richtung Festland.
Freigelegte Leitungen im Sand während der Grabungsarbeiten an der Küste.
Das Kabel wird in einer Tiefe von drei Metern verlegt. SH-Netz-Projektleiter Thorsten Hansen rechnet damit, dass der Anschluss an dieser Position für die kommenden 20 bis 25 Jahre sicher vor Sturmfluten und Sandabtragungen geschützt bleibt.
Verlauf der Kabeltrasse nahe der Strandbar 54 Grad Nord.
Verbindungstermin Mitte September und Schutz vor den Gezeiten
Die eigentliche Umschaltung auf das neue Leitungsstück erfolgt zwischen dem 16. und 18. September. Technische Teams trennen dafür das bestehende Seekabel vom Festlandnetz und binden die neue Verlängerung ein.
Um ein erneutes Freispülen durch Ebbe und Flut zu verhindern, ist die neue Kabelverlängerung massiv mit Stahl ummantelt und entsprechend schwer. Die Montagearbeiten im Flutungsbereich müssen exakt an das Gezeitenfenster angepasst werden, wofür unter anderem ein Schwimmponton bereitsteht.
Luftaufnahme der Hochseeinsel Helgoland in der Nordsee.
Historische Ansicht der Insel Helgoland von See aus.
Zehn Stunden Netzausfall auf der Hochseeinsel
Während der Arbeiten am Seekabel sichern die Versorgungsbetriebe Helgoland die Stromversorgung auf der Insel über lokale Dieselaggregate ab. Die Energieversorgung bleibt dadurch unterbrechungsfrei bestehen.
Allerdings ist auch die vor 16 Jahren parallel verlegte Glasfasertrasse betroffen. Am Donnerstag, den 17. September, wird die Datenverbindung für rund zehn Stunden vollständig gekappt.
Elektronische Kartenzahlung ist während der Leitungsarbeiten auf Helgoland zeitweise nicht möglich.
Der Ausfall betrifft Festnetzanschlüsse, mobiles Internet, WLAN in Hotels sowie Messenger-Dienste wie WhatsApp. Auch Kartenzahlungen sind in diesem Zeitraum auf ganz Helgoland nicht durchführbar.
Die Insel Helgoland aus der Vogelperspektive.
Herausforderungen der maritimen Infrastruktur
Die Erreichbarkeit und Versorgung der Nordseeinsel sind ganzjährig stark von Witterung und Gezeiten geprägt.
Starke Brandung an einer Schutzmole vor der Nordseeküste.
Stürme und Gezeitenströmungen führen regelmäßig zu Einschränkungen im Fährverkehr ab Häfen wie Büsum oder Hamburg und belasten auch küstennahe Versorgungstrassen im Sandwatt.
Die bunten Hummerbuden am Hafen von Helgoland.
Am Strand von St. Peter-Ording wird sich das durch die Grabung dunkel verfärbte Sediment voraussichtlich bis zum Frühjahr wieder vollständig an die Umgebung angepasst haben.









