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Shamonda-Virus erreicht Deutschland: Erreger in 6 Bundesländern bei Nutztieren nachgewiesen

Stechmücke als Krankheitsüberträger unter dem Mikroskop Aktuelle News

Stechmücken übertragen das Shamonda-Virus auf Nutztiere in mehreren Bundesländern.

Ein aus Afrika, Asien und Australien stammender Erreger breitet sich in deutschen Tierbeständen aus. Das Shamonda-Virus (SHAV) wurde nach ersten Nachweisen in Frankreich und der Schweiz nun auch in Deutschland bei mehreren Tierarten identifiziert.

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) betrifft der Ausbruch vor allem Rinder, die typischerweise mit Fieber und Durchfall reagieren. In der Regel klingen die Symptome nach wenigen Tagen wieder ab.

Ausbreitung in sechs Bundesländern

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Sachsen. Neben Rinderbeständen sind auch andere Nutz- und Zootiere betroffen.

In Rheinland-Pfalz wurde der Erreger bei einem Pferd nachgewiesen, in Hessen bei einem Alpaka. Monitorings in Baden-Württemberg zeigten zudem positive Befunde bei Schafen und Ziegen.

Eine genaue bundesweite Fallzahl existiert bislang nicht, da für das Shamonda-Virus derzeit keine gesetzliche Meldepflicht gilt.

Stechmücke unterm Mikroskop
Stechmücke unterm Mikroskop

Übertragungsweg und Verwandtschaft zum Schmallenberg-Virus

Die Übertragung des Virus erfolgt über Stechmücken. Aufgrund dieses Vektors rechnen Behörden mit einer weiteren, potenziell schnellen Ausbreitung in empfänglichen Beständen.

Shamonda-Virus erreicht Deutschland: Erreger in 6 Bundesländern bei Nutztieren nachgewiesen

SHAV gehört zur selben Virusgruppe wie das Schmallenberg-Virus, das vor rund 15 Jahren erstmals in Deutschland auftrat. Damals waren mehr als 2.000 Betriebe betroffen, wobei es vor allem bei Schafen zu schweren Missbildungen und Fehlgeburten kam.

Antikörper gegen Viren dieser Gruppe wurden neben Nutztieren wie Rindern, Schafen, Ziegen und Alpakas auch bei Bisons sowie bei Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild festgestellt.

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Keine Hinweise auf Gefahr für Menschen

Für die Bevölkerung besteht nach derzeitigem Forschungsstand kein Anlass zur Sorge. Laut FLI stellt das Shamonda-Virus kein relevantes Infektionsrisiko für den Menschen dar.

Wissenschaftler untersuchen nun vor allem die potenziellen Folgen für trächtige Tiere. Das genaue Schadenspotenzial im Hinblick auf Fruchtbarkeitsstörungen oder Missbildungen bei Kälbern und Lämmern ist noch Gegenstand laufender Analysen.