Ski-Star Manuel Feller: Warum der 33-Jährige zeitweise den Kontakt zur Familie abbrach
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Manuel Feller berichtet über die schweren Schattenseiten des Weltcup-Alltags abseits der Piste.
Der Alltag im Ski-Weltcup verlangt Athleten nicht nur sportliche Höchstleistungen ab, sondern führt auch regelmäßig zu wochenlangen Trennungen von den eigenen Familien. Wie schwer diese Distanz wiegen kann, verdeutlichte der österreichische Skirennläufer Manuel Feller nun in einem offenen Gespräch.
Im Podcast „Papa Mia!?“ schilderte der 33-Jährige die emotionale Belastung durch die monatelangen Reisen abseits seiner zwei Kinder im Kindergartenalter. Besonders die Reaktionen des Nachwuchses am Telefon setzten dem Slalom-Spezialisten stark zu.
Kontaktabbruch als Schutzmechanismus
„Die langen Reisen sind extrem, das tut richtig weh“, erklärte Feller im Podcast. Vor allem die Tränen seiner Kinder, wenn sie ihren Vater am Hörer vermissten, seien für ihn kaum zu ertragen gewesen.
Um sich selbst vor dieser emotionalen Belastung zu schützen, wählte der Tiroler zwischenzeitlich einen radikalen Weg: „Ich habe mich teilweise sogar distanziert, um dem Schmerz zu entgehen, habe nicht mehr daheim angerufen.“
Dieser Schritt blieb allerdings nicht ohne Konsequenzen für das Privatleben. „Natürlich verlierst du so mit der Zeit den Bezug zu den Kindern und deiner Frau“, räumte der Sportler rückblickend ein.
Parallelen zur eigenen Kindheit im Internat
Feller verglich die Situation mit seinen eigenen Jugenderfahrungen. Da er auf eigenen Wunsch früh ein Internat besuchte, erlebte er das Heimweh bereits im Kindesalter aus der Perspektive des Sohnes.

„Als ich zehn Jahre alt war und mit meinen Eltern telefoniert habe, habe ich jeden Tag geweint“, so der Österreicher. Genau dieses Gefühl mache es ihm heute so schwer, den Schmerz seiner eigenen Kinder mitanzusehen.
Spagat zwischen Familie und Weltcup-Vorbereitung
Vor dem Start in den neuen Winter nutzt der Gewinner des Slalom-Weltcups der Saison 2023/24 jede freie Minute daheim in Tirol. Bei gemeinsamen Aktivitäten wie Angeln oder Fußballspielen versucht er, die verpasste Zeit nachzuholen.
Dennoch bleibe der Übergang in den Sportmodus eine ständige Herausforderung: „Daheim bin ich der Papa. Setze ich mich ins Auto, bin ich der Skifahrer.“
Sportlich zählt Feller zu den festen Größen im Skizirkus. Neben der Slalom-Kristallkugel holte er unter anderem Team-Silber bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang sowie eine weitere Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo.
