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Sonnensturm erreicht die Erde: Wann Polarlichter der Stufe G2 über Deutschland möglich sind

Polarlichter am Nachthimmel über Deutschland Aktuelle News

Polarlichter leuchten nach einer geomagnetischen Aktivität am Nachthimmel.

Die US-Weltraumwetterbehörde NOAA/SWPC meldet erneut erhöhte Sonnenaktivität, deren Teilchenstrom die Erde erreicht. Für die Nächte vom 27. bis 29. August gelten offizielle Warnstufen für geomagnetische Stürme.

Sonnenstürme der Klassen G1 und G2 im Anmarsch

Laut den Berechnungen der NOAA trifft ein schneller Sonnenwindstrom auf das irdische Magnetfeld. Für den 27. August wurde ein schwacher G1-Sturm prognostiziert, gefolgt von einer moderaten G2-Warnung für den 28. und 29. August.

Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net stuft die Ausgangslage jedoch realistisch ein. Die Aktivität liegt deutlich unter den extremen Werten aus dem Mai 2024, die bundesweit für spektakuläre Himmelsbilder sorgten.

Bei der Kategorie G1 beschränken sich die Leuchterscheinungen fast ausschließlich auf Skandinavien. Erst bei der Stufe G2 verlagert sich das Oval weiter nach Süden, sodass Norddeutschland in den Erfassungsbereich rückt.

Warum der Vollmond die Sicht erschwert

Selbst bei passender geomagnetischer Aktivität droht das Naturphänomen schwach auszufallen. Meist zeigt sich in mittleren Breiten lediglich ein horizontnaher, grün-rötlicher Schimmer, der oft nur mit Langzeitbelichtungen auf Kamerasensoren sichtbar wird.

Sonnensturm erreicht die Erde: Wann Polarlichter der Stufe G2 über Deutschland möglich sind

Erschwerend kommt die Mondphase hinzu. Der Vollmond am 28. August strahlt fast die gesamte Nacht hindurch und überdeckt lichtschwache Auroren am Firmament.

Zusätzlich mindert die künstliche Beleuchtung in Ballungsräumen und im Ruhrgebiet die Chancen drastisch. Innerhalb von Städten bleiben schwächere Polarlichter für das bloße Auge unsichtbar.

Beste Zeit und Orte für Beobachter

Die günstigsten Bedingungen für Beobachtungsversuche bieten sich in der Nacht zum Samstag, 29. August, im Zeitfenster zwischen 22:00 und 02:00 Uhr.

  • Dunkle Standorte: Freie Flächen im Münsterland, ländliche Zonen oder Anhöhen im Sauerland und in der Eifel.
  • Erhöhte Punkte: Bergehalden im nördlichen Ruhrgebiet mit freiem Blick nach Norden.
  • Blickrichtung: Ein unverstellter, dunkler Nordhorizont ohne nahe Lichtquellen.

Genaue Minutenvorhersagen für Polarlichter sind technisch unmöglich. Spezialisierte Polarlicht-Apps und Magnetometer-Daten liefern kurzfristige Warnungen, sobald die Messwerte vor Ort ausschlagen.