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Sozialabgaben steuern auf 50 Prozent zu: Wirtschaftsgrößen schlagen Alarm

Industrieproduktion und Wirtschaftsstandort Deutschland Aktuelle News

Führende deutsche Unternehmensvertreter fordern Reformen statt zusätzlicher finanzieller Belastungen.

Führende deutsche Traditionsunternehmen stellen der aktuellen Wirtschaftspolitik ein schlechtes Zeugnis aus. Sinkende Produktivität und steigende Lohnnebenkosten setzen den Standort Deutschland zunehmend unter Druck.

Miele rügt Bundespolitik: Ausgabenproblem statt Einnahmenmangel

Besonders die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft bereitet der Industrie Sorgen. „Bei der Arbeitsproduktivität pro Stunde zum Beispiel entwickelt sich Deutschland seit Jahren nach hinten, statt nach vorne“, kritisierte der geschäftsführende Gesellschafter des Hausgeräteherstellers Miele gegenüber der „Welt am Sonntag“.

Zudem klettern die Sozialabgaben unaufhaltsam in Richtung der 50-Prozent-Marke. Nach Ansicht des Unternehmers kann dieses Niveau auf Dauer nicht gehalten werden: Deutschland habe kein Einnahmen-, sondern ein klares Ausgabenproblem.

Der Miele-Chef fordert von der Bundesregierung mehr Entschlossenheit bei der Umsetzung vereinbarter Vorhaben. Pläne und Ideen im Koalitionsvertrag reichten nicht aus, wenn es an der praktischen Umsetzung fehle – insbesondere bei Bürokratieabbau, Steuern, Infrastruktur, Bildung und Arbeitsmarkt.

Rotkäppchen-Mumm stoppt Investitionsentscheidungen

Kritik kommt auch aus der Konsumgüterbranche. Silvia Wiesner, Chefin von Rotkäppchen-Mumm, warnte im Gespräch mit t-online vor der geplanten Erhöhung der Schaumweinsteuer um 20 Cent plus Mehrwertsteuer.

Sozialabgaben steuern auf 50 Prozent zu: Wirtschaftsgrößen schlagen Alarm

Angesichts einer schweren Strukturkrise benötigten Betriebe vor allem finanziellen Spielraum. Zusätzliche Steuerbelastungen bewirkten laut Wiesner derzeit genau das Gegenteil des Notwendigen.

Gefahr für deutsche Produktionsstandorte

Die Unsicherheit schlägt bereits direkt auf die Unternehmensplanung durch. Rotkäppchen-Mumm legt derzeit alle Investitionsentscheidungen auf Eis, die nicht zwingend kurzfristig umgesetzt werden müssen.

Großprojekte wie die Rotkäppchen-Erlebniswelt im sachsen-anhaltischen Freyburg wären unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht mehr denkbar. Nach den Belastungen der vergangenen Jahre seien die finanziellen Puffer der Branche aufgebraucht, weshalb erste Sektproduktionsstandorte in Deutschland gefährdet sein könnten.