Spendenskandal bei Reform UK: 2 Spitzenfunktionäre treten nach TV-Recherche zurück
Aktuelle News
Spendenskandal bei Reform UK: 2 Spitzenfunktionäre treten nach TV-Recherche zurück
Die rechtspopulistische britische Partei Reform UK ist von einem neuen Spendenskandal erschüttert worden. Zwei hochrangige Parteifunktionäre, darunter ein enger Berater von Parteichef Nigel Farage, haben ihre Ämter mit sofortiger Wirkung niedergelegt.
Auslöser ist eine Dokumentation des Senders Channel 4 News. Das Recherchematerial legt nahe, dass Funktionäre versuchten, Parteispenden aus dem Ausland unter Umgehung der geltenden Gesetze anzunehmen.
Reform-UK-Chef Farage bei einem Auftritt im August.
Undercover-Recherche deckt illegale Finanzierungsversuche auf
Hinter den Geldgebern steckten verdeckt arbeitende Journalisten der Gruppe »Verbatim Investigations«. Sie gaben sich als US-amerikanischer Geschäftsmann und dessen Sohn aus, um die Spendenpraxis der Partei zu testen.
Die Aufnahmen dokumentieren Gespräche darüber, wie ausländisches Kapital an den strikten Kontrollmechanismen der britischen Wahlgesetze vorbeigeschleust werden sollte. Ausländische Parteispenden sind im Vereinigten Königreich streng reglementiert.
Sowohl die Labour-Partei als auch die Liberaldemokraten schalteten die Metropolitan Police ein. Die britische Wahlkommission prüft den Sachverhalt und steht im Austausch mit den Ermittlungsbehörden.
Der Parteivorsitzende Lee Anderson schloss im Gespräch mit Sky News eine Rückkehr der beiden Funktionäre kategorisch aus. Reform UK leitete eine interne Prüfung ein.
Parteichef Nigel Farage wies Vorwürfe gegen die Gesamtpartei zurück. Gegenüber dem Radiosender LBC erklärte er, Reform UK habe weder Gesetze gebrochen noch dubiose Gelder angenommen.
Eskalation während des Parteitags in Birmingham
Die Enthüllungen treffen die Partei mitten in ihrer Jahreskonferenz in Birmingham. Die Parteiführung bemüht sich um Schadensbegrenzung, während Farage als Hauptredner auftreten soll.
Teilnehmer der Jahreskonferenz von Reform UK in Birmingham.
Nigel Farage unter anhaltendem Erklärungsdruck
Farage selbst steht seit Monaten wegen seiner privaten Finanzen in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, vor seiner Wahl zum Abgeordneten im Jahr 2024 eine Zahlung von fünf Millionen Pfund (rund 5,9 Millionen Euro) nicht vorschriftsmäßig als Parteispende deklariert zu haben.
Farage bezeichnete den Millionenbetrag als persönliches, bedingungsloses Geschenk. Infolge der daraus resultierenden Untersuchungen hatte er zwischenzeitlich sein Parlamentsmandat niedergelegt, errang den Sitz im Wahlkreis Clacton bei einer Nachwahl jedoch erneut.
Wahlszene im britischen Wahlkampf.
Politischer Auftritt in Ostengland.
Nachwahl im britischen Wahlkreis Clacton.
Auszählung bei einer britischen Nachwahl.
Britische Politiker im Fokus von Ermittlungen und Medienberichten.
Politische Berichterstattung in Großbritannien.
Die wiederholten Finanzvorwürfe schwächen die Position der rechtspopulistischen Partei. In landesweiten Umfragen verzeichnet Reform UK spürbare Verluste gegenüber früheren Spitzenwerten.








