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Spionage ab Werk: Forscher entdecken 2 Hintertüren in Routern des Herstellers ZBT

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Ein Router und ein Telefon zur Vernetzung im Heimnetzwerk.

Sicherheitsanalysten des IT-Unternehmens VulnCheck haben tief im System verankerte Spionageprogramme in Routern des chinesischen Herstellers ZBT aufgedeckt. Über die manipulierten Geräte können Angreifer über das Internet weitreichende Kontrollrechte erlangen und sensible Daten abgreifen.

Zwar waren laut dem Fachportal Tom’s Hardware 390 von 392 aktiv registrierten Geräten in China lokalisiert, die Hardware gelangte jedoch über den weltweiten Online-Handel auch auf internationale Märkte. Spuren des Vertriebs führen auch nach Deutschland.

Versteckte Schadprogramme in der Firmware

In der Firmware älterer Router-Modelle identifizierten die IT-Experten zwei bisher unbekannte Schadprogramme namens „Speakingstone“ und „Darklantern“. Beide Komponenten werden direkt über den Systemprozess „inetdetect“ gestartet und kommunizieren über das Netzwerkprotokoll UDP.

Die Software öffnet einen unverschlüsselten Kanal nach außen und baut selbstständig Verbindungen zu Servern in China auf. Dadurch werden reguläre Sicherheitsmechanismen und Schutzmauern im Heimnetzwerk wirkungslos umgangen.

Verkauf unter fremden Markennamen

Die betroffene ZBT-Hardware wurde nicht ausschließlich unter eigenem Namen vertrieben, sondern gelangte als OEM-Ware unter Marken wie Lippert Components, Wave WiFi oder Digineo in den Handel. IT-Sicherheitsexperten empfehlen Nutzern, betroffene Geräte umgehend außer Betrieb zu nehmen.

Spionage ab Werk: Forscher entdecken 2 Hintertüren in Routern des Herstellers ZBT

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Gefahren durch kompromittierte Netzwerk-Hardware

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft Router als zentrale Schnittstelle und Herzstück der privaten IT-Infrastruktur ein. Weist das Gerät Sicherheitslücken oder Hintertüren auf, drohen schwerwiegende Konsequenzen für das gesamte Heimnetzwerk.

Zu den primären Risiken gehören unter anderem:

  • Vollständiger Diebstahl persönlicher Zugangs- und Nutzungsdaten
  • Überwachung und Protokollierung aller Webaktivitäten
  • Missbrauch des Internetzugangs und der Telefonleitung für kriminelle Zwecke
  • Nachladen weiterer Schadsoftware auf verbundene PCs und Smartphones
  • Unbemerkter Austausch der Geräte-Firmware durch Dritte

Skepsis gegenüber Hardware aus China und Russland

Die Bedenken gegenüber manipulierter Netzwerk-Hardware teilen viele Verbraucher in Deutschland. Laut Daten einer YouGov-Erhebung misstrauen knapp 60 Prozent der Bundesbürger Netzwerktechnik chinesischer Hersteller.

Bei Geräten aus Russland liegt die Skepsis mit 68 Prozent noch höher. Europäische Hersteller genießen hingegen deutlich mehr Vertrauen: Lediglich elf Prozent der Befragten äußerten hier Sicherheitsbedenken.