Spionage-Gefahr: Forscher entdecken 2 Hintertüren in ZBT-Routern
Aktuelle News
Ein Router bildet die zentrale Schnittstelle für die Kommunikation im Heimnetzwerk.
Sicherheitsforscher des IT-Unternehmens VulnCheck haben tief im System verankerte Spionageprogramme in Routern des chinesischen Herstellers ZBT entdeckt. Die betroffene Hardware gelangte unter verschiedenen Markennamen in den weltweiten Online-Handel.
Die Sicherheitslücken ermöglichen es Angreifern, über das Internet aus der Ferne die Kontrolle über die Geräte zu übernehmen. Laut Auswertungen von Tom’s Hardware befanden sich 390 von 392 bis August 2026 erfassten, aktiven Geräten in China – Verbindungen der Vertriebswege reichen jedoch bis nach Deutschland.
Schadsoftware tief in der Firmware verankert
In den Firmware-Versionen älterer Modelle identifizierten die Experten zwei Schadprogramme namens „Speakingstone“ und „Darklantern“. Die Mechanismen öffnen unverschlüsselte Kanäle nach außen, über die unbefugte Dritte Befehle mit weitreichenden Systemrechten einschleusen können.
Beide Schadfunktionen bauen direkte Verbindungen zu Servern in China auf und unterlaufen standardmäßige Firewall-Schutzmaßnahmen im Heimnetzwerk. Gestartet wird die Kommunikation über das Protokoll UDP durch den systeminternen Dienst „inetdetect“.
Vertrieb unter fremden Markennamen
Die Hardware von ZBT wurde nicht nur unter eigenem Namen vertrieben, sondern als OEM-Ware von diversen Drittanbietern umgelabelt. Dazu gehören unter anderem Marken wie Lippert Components, Wave WiFi und Digineo. VulnCheck rät betroffenen Nutzern dringend dazu, entsprechende Geräte außer Betrieb zu nehmen und auszutauschen.

Telefon und Router
Gefahrenpotenzial bei kompromittierten Routern
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft Router als neuralgischen Knotenpunkt im Haushalt ein. Über das Gerät läuft der gesamte Datenverkehr zwischen dem lokalen Netzwerk und dem Internet.
Ist diese Schaltzentrale ungeschützt oder ab Werk manipuliert, drohen erhebliche Risiken:
- Abfangen persönlicher Daten und Ausspähen von Webaktivitäten
- Unerlaubter Zugriff auf weitere vernetzte Geräte im Heimnetz
- Missbrauch des Internetanschlusses für kriminelle Aktivitäten
- Einschleusen zusätzlicher Schadsoftware oder manipulierte Firmware-Updates
- Unbefugte Nutzung hinterlegter Telefonleitungen
Misstrauen gegenüber Hardware aus Fernost wächst
Das Problembewusstsein bei Netzwerkkomponenten ist in Deutschland hoch. Eine YouGov-Erhebung zeigt deutliche Vorbehalte: Knapp 60 Prozent der Bundesbürger misstrauen Netzwerkgeräten aus chinesischer Produktion. Bei russischen Herstellern liegt das Misstrauen bei 68 Prozent, während Marken aus Europa lediglich von elf Prozent der Befragten skeptisch bewertet werden.

