Sprung von Flugzeugträger: US-Soldat droht nach 270-Tage-Einsatz Soldkürzung
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Der Kommandant der USS Abraham Lincoln bereitet sich auf einen Hubschrauberflug im Indischen Ozean vor.
Nach einem mutmaßlichen Suizidversuch auf hoher See sieht sich ein US-Marinesoldat mit schweren disziplinarischen Konsequenzen konfrontiert. Der Matrose sprang am 3. August 2026 vom Flugzeugträger USS Abraham Lincoln ins Wasser, konnte jedoch gerettet werden.
Nach seiner Bergung wurde der Mann zur medizinischen Versorgung nach San Diego gebracht. Die US-Militärführung leitet nun juristische Schritte gegen ihn ein.
Militärrecht: Vorwurf der Dienstentziehung
Dem Soldaten werden Verstöße gegen zwei Artikel des US-Militärstrafrechts (Uniform Code of Military Justice) vorgeworfen. Die Vorwürfe stützen sich auf Dokumente, die dem Sender MS Now vorliegen.
Konkret handelt es sich um Artikel 83 – das Vortäuschen einer Krankheit oder absichtliche Selbstverletzung zur Dienstvermeidung – sowie Artikel 86 wegen unerlaubter Abwesenheit vom Dienstort.
Disziplinarverfahren durch den Vorgesetzten
Der Soldat soll im Rahmen einer sogenannten „Captain’s Mast“ diszipliniert werden. Bei diesem Verfahren entscheidet der kommandierende Offizier ohne ein Militärgericht über Strafmaßnahmen.
Aus den Unterlagen geht hervor, dass dem Betroffenen die Kürzung von bis zu 50 Prozent seines regulären Soldes droht.
Vorwürfe der Ehefrau: Warnsignale ignoriert
Die Ehefrau des Matrosen bezeichnete den Vorfall gegenüber MS Now als Suizidversuch. Ihr Mann habe zuvor wiederholt Vorgesetzte und das medizinische Personal an Bord über seine psychischen Probleme informiert.

Bereits am 21. Juli schrieb er in einer Nachricht: „Ich glaube, das Schiff setzt mir inzwischen zu.“ Er bezweifelte darin offen, die Mission regulär beenden zu können.
Am 13. August flog die Navy den Mann nach San Diego aus, wo er fünf Tage im Naval Medical Center verbrachte. Laut seiner Ehefrau fand dort zwar eine medizinische Überwachung statt, jedoch keine Behandlung durch Psychiater oder Therapeuten. Direkt nach der Entlassung sollte er den Dienst wieder aufnehmen; der erste Therapietermin folgte erst am 26. August.
Kapitän Daniel Keeler, Kommandant der USS Abraham Lincoln, vor einem Hubschrauberflug im Indischen Ozean.
270 Tage Einsatz: Extreme Belastung für die Besatzung
Die USS Abraham Lincoln ist seit dem 21. November 2025 ununterbrochen auf See. Durch wiederholte Einsatzverlängerungen dauert die Mission mittlerweile rund 270 Tage an.
Nach Angaben des britischen Telegraph hatten die über 5.000 Besatzungsmitglieder im laufenden Jahr kaum Landgang. Familien und Besatzungsmitglieder klagen über Schlafmangel, beengte Unterkünfte und ständige Verschiebungen des Rückkehrtermins. Berichten zufolge stehen mindestens drei Suizidversuche mit den Einsatzbedingungen in Verbindung.
Die US-Navy betonte auf Anfrage, das Wohlbefinden jedes Soldaten habe höchste Priorität. Hilfsangebote zur psychischen Gesundheit stünden rund um die Uhr zur Verfügung.
Hilfe bei psychischen Krisen
Wenn Sie oder Angehörige sich in einer schweren Krise befinden oder suizidale Gedanken haben, gibt es kostenlose und anonyme Hilfsangebote:
- Telefonseelsorge Deutschland: 0800 1110111 oder 0800 1110222 (rund um die Uhr erreichbar)
- Info-Telefon Depression: 0800 3344533
- Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche): 116 111

