Zum Inhalt springen
On Air Festival

Starship-Bergung im Indischen Ozean: SpaceX analysiert historischen Hitzeschild

Ein SpaceX Starship, das nach der Wasserung im Ozean geborgen und zur Weihnachtsinsel geschleppt wurde. Aktuelle News

SpaceX-Ingenieure bereiten das Starship nach der Bergung für eine detaillierte Analyse vor.

Ein seltener Fund im Indischen Ozean

Nach seinem 13. Testflug am 24. Juli landete das Starship von SpaceX planmäßig im Indischen Ozean. Überraschend blieb das Raumfahrzeug entgegen den Erwartungen weitgehend intakt.

SpaceX nutzte diese Gelegenheit für eine aufwendige Bergungsaktion. Das Raumschiff wurde über 24 Tage hinweg stabilisiert und bis vor die Küste der australischen Weihnachtsinsel geschleppt. Für die Ingenieure bietet sich damit eine seltene Chance: Statt sich auf reine Telemetriedaten zu verlassen, können sie nun physische Bauteile untersuchen, die einen vollständigen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überlebt haben.

Der Hitzeschild im Fokus

Frühere Starship-Prototypen zerbrachen bei der Wasserung meist in ihre Einzelteile. Diesmal blieb die Struktur stabil, was Bergungsteams erlaubte, das Schiff mit luftgefüllten Schutzkörpern zu sichern und sicher zu manövrieren.


Ein Team von SpaceX-Ingenieuren untersucht das geborgene Raumfahrzeug für eine weitere Analyse.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Hitzeschild, der aus rund 18.000 Keramikkacheln besteht. Die Analyse wird zeigen, wie effektiv das Material den extremen thermischen Belastungen standgehalten hat. Während die NASA beim Space Shuttle die Kacheln nach jedem Flug aufwendig prüfen und teilweise ersetzen musste, strebt SpaceX eine schnelle Wiederverwendbarkeit ohne langwierige Wartung an.

Starship-Bergung im Indischen Ozean: SpaceX analysiert historischen Hitzeschild

Realitätstest für die Mars-Pläne

Elon Musk erklärte Anfang August, das Problem des Hitzeschilds sei bereits gelöst. Branchenexperten bleiben jedoch vorsichtig. Der aktuelle Flug lieferte zwar bessere Ergebnisse als frühere Versuche, doch ob das System auch bei hoher Startfrequenz ohne umfangreiche Reparaturen bestehen kann, bleibt die entscheidende Frage.

  • Zustand: Eine Wiederverwendung dieses spezifischen Starships ist aufgrund von Salzwasserschäden an Triebwerken und Elektronik nicht geplant.
  • Erkenntnisgewinn: Labortests der Kacheln sollen Aufschluss über den tatsächlichen Verschleiß während des Fluges geben.
  • Zukunft: Das langfristige Ziel von SpaceX ist das Auffangen der Raketen direkt am Startturm in Texas, um die Standzeiten auf ein Minimum zu reduzieren.

Die gewonnenen Daten aus dieser Bergung sind ein wichtiger Meilenstein, um zu bewerten, wie nah SpaceX seinem Ziel einer voll- und schnell wiederverwendbaren Raumfahrt tatsächlich gekommen ist.