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Statt 750 nur 56 Jets sofort startklar: Die US-Luftwaffe steckt in der F-22-Falle

Ein chinesischer J-20-Tarnkappenjet Aktuelle News

Ein chinesischer J-20-Tarnkappenjet im Flug.

Die F-22 Raptor sollte einst die weltweite Luftherrschaft der US-Streitkräfte für Jahrzehnte sichern. Geplant war die Beschaffung von 750 Maschinen, um die alternde F-15-Flotte vollständig abzulösen.

Am Ende verließen lediglich 195 Flugzeuge inklusive aller Testexemplare die Werkshallen. Heute existieren noch etwas mehr als 180 Einheiten, doch die reale Einsatzbereitschaft ist dramatisch geringer.

Müssten die USA ad hoc in einen Großkonflikt eingreifen, wären laut dem Fachmagazin „19FortyFive“ lediglich 56 F-22-Jets sofort startbereit. Insgesamt gelten zwar 142 Maschinen als kampftauglich, von denen jedoch nur ein Bruchteil parallel in der Luft gehalten werden kann.

Entscheidungen aus dem Jahr 2009 rächen sich

Die Weichen für den heutigen Mangel stellte Washington bereits im Jahr 2009. Damals begrenzte die US-Führung das gesamte Beschaffungsprogramm auf 187 Serienjets.

Zu dieser Zeit führten die USA vor allem asymmetrische Kriege im Irak und in Afghanistan gegen Aufständische und Terrorgruppen. Für diese Einsätze galt der hochspezialisierte Luftüberlegenheitsjäger als überdimensioniert und zu kostspielig.

Im Vertrauen auf die parallel entwickelte F-35 schlossen die USA 2012 die Produktionslinien der F-22 endgültig. Damit zerfiel auch das gesamte Zulieferernetzwerk, was einen Nachbau neuer Maschinen heute unmöglich macht.

Ein chinesischer J-20-Tarnkappenjet.
Ein chinesischer J-20-Tarnkappenjet.

Extreme Stückkosten durch Miniserie

Die geringe Stückzahl trieb die rechnerischen Gesamtkosten drastisch in die Höhe. Entwicklungsausgaben von rund 32 Milliarden Dollar (etwa 27,5 Milliarden Euro) verteilten sich auf viel weniger Flugzeuge als kalkuliert.

Statt 750 nur 56 Jets sofort startklar: Die US-Luftwaffe steckt in der F-22-Falle

Der Anschaffungspreis stieg dadurch auf fast 370 Millionen Dollar (rund 318 Millionen Euro) pro Jet. Zudem bindet der Unterhalt erhebliche Ressourcen.

Hoher Wartungsaufwand bindet Ressourcen

Eine einzige Flugstunde der F-22 schlägt mit rund 85.000 Dollar (circa 73.000 Euro) zu Buche. Ein beträchtlicher Teil der verbliebenen Maschinen steht zudem nicht an der Front, sondern wird dauerhaft für die Pilotenausbildung benötigt.

Ausmustern kann die US Air Force ältere Maschinen wegen des akuten Mangels an Ersatz nicht. Folglich fließen weiterhin Milliarden in die Modernisierung einer starren Flotte, die nicht mehr erweitert werden kann.

Chinas Flotte wächst im Pazifik

Während die USA ihren Bestand verwalten, vergrößert China die Flotte seiner J-20-Tarnkappenjets kontinuierlich. Peking baut die Produktion seiner eigenen Stealth-Flugzeuge seit Jahren unvermindert aus.

Mit den ursprünglich anvisierten 750 Raptors könnten die USA heute starke Verbände dauerhaft in Europa und im indopazifischen Raum stationieren. Nun klafft eine Lücke im Arsenal, die frühestens von künftigen Kampfjets der nächsten Generation geschlossen werden kann.