Steuer ab 100 Millionen Euro: Warum der 2-Prozent-Plan der SPD den Mittelstand bedroht
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SPD-Politiker fordern eine Sondersteuer für Vermögen ab 100 Millionen Euro.
In der SPD gilt die Erhöhung bestehender oder die Einführung neuer Steuern traditionell als Universallösung für staatliche Finanzierungsfragen. Nun bringt die Parteispitze erneut eine Sonderabgabe für Superreiche ins Gespräch.
Wiebke Esdar, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, und der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Achim Post plädieren in einem Gastbeitrag für ein neues Steuermodell. Sie stützen sich dabei auf ein Konzept des französischen Ökonomen Gabriel Zucman.
Der 2-Prozent-Plan für Vermögen über 100 Millionen Euro
Zucmans Modell sieht eine weltweite Mindestbesteuerung von zwei Prozent auf Vermögen von mehr als 100 Millionen Euro vor. Die SPD-Politiker betonen dabei, dass normale Arbeitnehmer von einer solchen Regelung unberührt blieben.
Die Argumentation blendet jedoch die Beschaffenheit dieser Großvermögen weitgehend aus. Das Kapital hochvermögender Personen liegt selten liquide auf Bankkonten oder steckt ausschließlich in Luxusgütern, sondern ist überwiegend in Betrieben und Produktionsmitteln gebunden.
SPD-Duo verlangt Sondersteuer für Milliardäre
Ausweichbewegungen ins Ausland
Drohende Mehrbelastungen führen bei mobilen Vermögensträgern regelmäßig zu Reaktionen. Viele wohlhabende Unternehmer verlegen ihren Wohnsitz ins Ausland, um dem deutschen Fiskus zu entgehen.
Ein zentrales Ziel bleibt dabei die Schweiz. Dort bieten mehrere Kantone die Möglichkeit einer pauschalen Aufwandbesteuerung, bei der die Steuerlast nach den Lebenshaltungskosten statt nach den weltweiten Einkünften bemessen wird.

Bekannte Fälle von Steuerverlagerungen
Zahlreiche deutsche Unternehmerfamilien haben diesen Schritt in der Vergangenheit bereits vollzogen. Dazu zählen unter anderem Theo Müller (Müller-Milch) sowie Vertreter der Dynastien Liebherr, Jacobs und Cloppenburg.
Ihre Betriebe und Arbeitsplätze betreiben diese Konzerne zwar weiterhin in Deutschland, die privaten Erträge fließen jedoch steuerlich begünstigt ins Ausland ab. Dem deutschen Staatshaushalt entgehen dadurch erhebliche Einnahmen, die für Infrastruktur, Bildung oder Wohnungsbau fehlen.
Belastungsprobe für den deutschen Mittelstand
Während Milliardäre über die Mittel für internationale Wohnsitzverlagerungen verfügen, trifft eine solche Abgabe den heimischen Mittelstand direkt. Rund drei Millionen Familienunternehmen bilden das Fundament der deutschen Wirtschaft.
Diese Betriebe beschäftigen rund 60 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland. Da ihr Vermögen in Maschinen, Hallen und Betriebsmitteln gebunden ist, entzieht jede zusätzliche Substanzsteuer den Firmen die Liquidität für Investitionen und gefährdet bestehende Arbeitsplätze.

