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Studie belegt: Hitzewellen beschleunigen den biologischen Alterungsprozess

Symbolbild für Hitze und Alterungsprozesse Aktuelle News

Extreme Sommertemperaturen hinterlassen langfristige Spuren in unserem biologischen System.

Hitzewellen sind nicht nur ein akutes Gesundheitsrisiko, das allein in Deutschland im Jahr 2026 für geschätzte 12.000 Todesfälle verantwortlich war. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Auswirkungen hoher Temperaturen weit über den unmittelbaren Hitzestress hinausgehen.

Ein Forschungsteam der Universität Hongkong unter der Leitung von Cui Guo hat in einer Studie nachgewiesen, dass wiederholte Hitzeperioden den Körper ähnlich vorzeitig altern lassen wie regelmäßiger Zigarettenkonsum oder Alkoholkonsum.

Der biologische Alterungsprozess unter Hitzeeinfluss

Die Wissenschaftler analysierten Gesundheitsdaten von rund 25.000 Personen in Taiwan aus dem Zeitraum 2008 bis 2022. Während dieser 14 Jahre erlebte die Region etwa 30 Hitzewellen. Die Forscher berechneten für jeden Teilnehmer ein sogenanntes „biologisches Alter“ und setzten dieses in Relation zum tatsächlichen Lebensalter.

Die Ergebnisse, publiziert im Journal Nature Climate Change, sind eindeutig: Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der kumulierten Hitze, der eine Person in den zwei Jahren vor der Untersuchung ausgesetzt war, und einer beschleunigten körperlichen Alterung.

Die messbaren Auswirkungen

Der Effekt pro Individuum mag gering erscheinen, ist jedoch statistisch signifikant. Demnach erhöhen bereits 1,3 Grad Celsius zusätzliche Hitze das biologische Alter um etwa acht bis elf Tage. Guo betont gegenüber Nature News, dass solche Effekte auf Ebene der Gesamtbevölkerung gravierende Folgen für die öffentliche Gesundheit haben können, insbesondere vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels.

Studie belegt: Hitzewellen beschleunigen den biologischen Alterungsprozess

Bereits eine Studie aus dem Jahr 2023, an der Alexandra Schneider vom Deutschen Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt beteiligt war, lieferte ähnliche Hinweise. Die Forscher beobachteten epigenetische Marker im Erbgut von Probanden und stellten fest, dass hohe Umgebungstemperaturen mit typischen Alterserscheinungen einhergehen.

Wer besonders gefährdet ist

  • Körperlich Arbeitende: Menschen, die bei Hitze physisch aktiv sind, weisen die stärksten biologischen Alterungseffekte auf.
  • Ländliche Bevölkerung: Bewohner ländlicher Gebiete sind laut der Studie stärker betroffen als Stadtbewohner.

Interessanterweise zeigte die Analyse von Guo, dass die negativen Auswirkungen über den Studienzeitraum hinweg leicht abnahmen. Die Forscher vermuten eine Gewöhnung oder verbesserte Schutzmaßnahmen, wie etwa die verstärkte Nutzung von Klimaanlagen. Da Taiwan ein subtropisches bis tropisches Klima aufweist, ist die Bevölkerung dort jedoch bereits an deutlich höhere Grundtemperaturen angepasst als in Mitteleuropa.

Das Fazit der Experten ist klar: Hitze lässt den Körper schneller altern, als es biologisch vorgesehen wäre. Der Schutz vor extremen Temperaturen ist daher nicht nur eine Frage des kurzfristigen Überlebens, sondern ein wichtiger Faktor für gesundes Altern.