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Studie mit 132.585 Patienten: Frühe Statine senken Demenzrisiko bei Diabetes um 15 Prozent

Studie mit 132.585 Patienten: Frühe Statine senken Demenzrisiko bei Diabetes um 15 Prozent Aktuelle News

Studie mit 132.585 Patienten: Frühe Statine senken Demenzrisiko bei Diabetes um 15 Prozent

Da es für Demenzerkrankungen bislang keine Heilung gibt, rückt die gezielte Prävention immer stärker in den Fokus. Laut einer Expertenkommission des Fachmagazins „The Lancet“ ließe sich theoretisch jeder zweite Demenzfall vermeiden, wenn 14 bekannte Risikofaktoren rechtzeitig minimiert würden – darunter ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel.

Besonders gefährdet sind Menschen, die gleichzeitig an Typ-2-Diabetes und hohen Cholesterinwerten leiden. Eine neue Untersuchung des Universitätsklinikums Kopenhagen zeigt nun, dass eine frühzeitige Behandlung mit Statinen das Demenzrisiko in dieser Patientengruppe messbar senken kann.

Analyse von über 132.000 Patientendaten

Für die im Fachjournal „The Lancet Regional Health – Europe“ veröffentlichte Arbeit wertete das dänische Forschungsteam Registerdaten von 132.585 Menschen aus. Alle Teilnehmenden erhielten zwischen 2006 und 2019 die Diagnose Typ-2-Diabetes und hatten zuvor noch keine Cholesterinsenker eingenommen. Die Nachbeobachtung lief bis 2021.

Die Forschenden unterteilten die Patienten in drei Gruppen: Personen ohne Statintherapie innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose, Patienten mit Therapiestart direkt im ersten Jahr sowie Betroffene, deren Behandlung im Zeitraum von fünf Jahren nach der Diagnose begann.

Der Zeitpunkt der Einnahme ist entscheidend

Die Auswertung ergab einen deutlichen Vorteil für den frühestmöglichen Therapiestart. Patienten, die bereits im ersten Jahr nach der Diabetesdiagnose Statine einnahmen, wiesen innerhalb von zehn Jahren ein um 15 Prozent geringeres Demenzrisiko auf als unbehandelte Personen. Begann die Therapie erst später innerhalb der Fünfjahresfrist, sank das Risiko noch um zehn Prozent.

„Bei Menschen, die an Typ-2-Diabetes erkranken, war die Einnahme von Statinen mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden, insbesondere bei frühzeitigem Therapiebeginn“, fasst Studien-Erstautor Tummas Ternhamar die Ergebnisse zusammen.

Schutz vor Gefäßschäden im Gehirn

Statine hemmen ein zentrales Leberenzym, das für die körpereigene Produktion von LDL-Cholesterin zuständig ist. Ihr Nutzen zur Senkung von Herzinfarkten und Schlaganfällen ist seit langem belegt.

Typ-2-Diabetes beschädigt häufig die Blutgefäße, was auch das Gehirn in Mitleidenschaft zieht. Trotz der bekannten Leitlinien werden die vergleichsweise günstigen Cholesterinsenker laut Ternhamar bei Diabetikern immer noch zu zögerlich verschrieben.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Die Daten belegen eine klare statistische Verbindung, können jedoch keinen endgültigen Kausalbeweis erbringen. Um eine direkte Schutzwirkung vor Demenz zweifelsfrei nachzuweisen, sind weitere klinische Studien erforderlich.