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Studie mit 280.000 Patienten: Wann Diabetes-Medikamente gefährlich werden

Arztpraxis mit Diabetes-Medikamenten und Blutzuckermessgerät Aktuelle News

SGLT-2-Hemmer senken den Blutzucker, bergen jedoch in bestimmten Fällen Risiken.

Schwere Nebenwirkung bei Typ-2-Diabetes

Bei Typ-2-Diabetes bleibt der Blutzuckerspiegel ohne Therapie dauerhaft erhöht, was langfristig Gefäße in Herz, Nieren und Gehirn schädigt. Zur Behandlung verordnen Mediziner häufig SGLT-2-Hemmer.

Diese Präparate blockieren in den Nieren das Transportprotein Natrium-Glukose-Cotransporter 2, wodurch der Körper überschüssigen Zucker direkt über den Urin ausscheidet. Das entlastet Herz sowie Nieren, birgt in seltenen Fällen jedoch die Gefahr einer lebensbedrohlichen Ketoazidose.

Bei einer Ketoazidose überschwemmen saure Ketonkörper das Blut und bringen den gesamten Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht. Ein Forschungsteam des Karolinska-Instituts in Schweden hat nun untersucht, welche Patienten besonders gefährdet sind.

Analyse von 280.000 Patientendaten aus Skandinavien

Die Wissenschaftler werteten umfangreiche Gesundheitsregister aus Schweden, Dänemark und Norwegen aus. Insgesamt flossen die Daten von mehr als 280.000 Personen mit Typ-2-Diabetes ein, die mit SGLT-2-Hemmern therapiert wurden.

Das Team verglich Patienten, die unter der Medikation eine Ketoazidose entwickelten, mit Personen ohne diesen Notfall. Dabei kristallisierten sich klare Muster und Vorerkrankungen heraus.

Studie mit 280.000 Patienten: Wann Diabetes-Medikamente gefährlich werden

Individuelle Risikofaktoren im Überblick

  • Bereits erlittene Ketoazidosen in der Vorgeschichte
  • Dauerhaft stark erhöhte Blutzuckerwerte
  • Vorangegangene schwere Unterzuckerungen
  • Niedriges Körpergewicht oder Anzeichen einer Mangelernährung

Akute Belastungen als Auslöser identifiziert

Neben langfristigen Faktoren spielten akute gesundheitliche Krisen eine zentrale Rolle. Den stärksten Zusammenhang stellten die Forscher bei zeitgleich auftretenden Infektionen fest.

Auch plötzliche Nierenfunktionsstörungen, ein Schlaganfall oder größere chirurgische Eingriffe gingen dem Stoffwechselkollaps überdurchschnittlich oft voraus. Solche Belastungen überfordern die Regulation des Körpers und begünstigen die Entgleisung.

Die Untersuchung verdeutlicht zudem, dass die Gefahr einer Ketoazidose nicht auf die Anfangsphase der Therapie beschränkt ist. Das Risiko bleibt über die gesamte Dauer der Einnahme bestehen.

„SGLT-2-Hemmer bieten vielen Patienten medizinische Vorteile“, betont Studienleiter Peter Ueda. „Unsere Ergebnisse zielen nicht primär darauf ab, eine Behandlung zu vermeiden, sondern darauf, unsere Fähigkeit zu verbessern, Hochrisikopatienten zu identifizieren und diese Medikamente sicherer anzuwenden.“