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Sturzfluten in Nepal: Über 500 internationale Reisende und 8 Deutsche vermisst

Zahlreiche Anwohner warten nach den Sturzfluten in Nepal auf Nachrichten über Vermisste Aktuelle News

Nach verheerenden Unwettern im Himalaya bangen viele Menschen um ihre Angehörigen.

Nach extremen Unwettern und verheerenden Sturzfluten herrscht in Nepal Ausnahmezustand. Hunderte internationale Wanderer und Urlauber gelten in den Bergregionen derzeit als unauffindbar oder von der Außenwelt abgeschnitten.

Das Nepal Tourism Board meldete, dass insgesamt 644 Reisende nicht erreichbar sind – darunter 517 Ausländer aus 19 europäischen Staaten, den USA, China und Australien. Nach Angaben von Trekkingagenturen sollen sich auch acht deutsche Staatsangehörige unter den Vermissten befinden, wie Bishow Raj Adhikari von der nepalesischen Touristenpolizei mitteilte.

Zahlreiche Anwohner warten auf Neuigkeiten bezüglich ihrer Angehörigen, die nach der Sturzflut vermisst werden.
Zahlreiche Anwohner warten auf Neuigkeiten bezüglich ihrer Angehörigen, die nach der Sturzflut vermisst werden.

Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, dass die deutsche Botschaft in Kathmandu im ständigen Austausch mit den örtlichen Behörden steht. Eine offizielle Bestätigung über deutsche Betroffene lag dem Ministerium zunächst nicht vor.

Schwere Schäden nahe der Grenze zu Tibet

Besonders dramatisch ist die Lage in den nördlich von Kathmandu gelegenen Distrikten Rasuwa und Nuwakot nahe der tibetischen Grenze. Schlammlawinen und Fluten zerstörten Brücken sowie Straßenverbindungen und beschädigten zahlreiche Gebäude massiv.

Rettungsteams haben wegen blockierter Pisten und unterbrochener Telefon- sowie Internetnetze erhebliche Mühe, die abgelegenen Täler zu erreichen. Der Ausfall der Kommunikationsinfrastruktur erschwert die Suche nach den Trekkinggruppen zusätzlich.

Durch die Sturzfluten in Nepal und Tibet wurden zahlreiche Häuser zerstört.
Durch die Sturzfluten in Nepal und Tibet wurden zahlreiche Häuser zerstört.

Mehrere westliche Vertretungen, darunter die Botschaften aus Frankreich, Großbritannien, Australien und die EU-Delegation, mahnten ihre Landsleute zur Vorsicht. Reisende sollen den Anweisungen der Rettungskräfte strikt folgen, unnötige Risiken vermeiden und nicht eigenmächtig durch Überschwemmungsgebiete wandern.

Verhaltensregeln und Vorbereitungen für Notfälle

Reisenden in der Region wird geraten, sich unverzüglich bei lokalen Stellen, ihrem Guide oder dem Reiseveranstalter zu melden und Angehörigen kurze Lebenszeichen zu übermitteln. Wichtige Reisedokumente, Bargeld und Medikamente sollten wasserdicht verpackt griffbereit gehalten werden.

  • Flussufer, Brücken, instabile Hänge und beschädigte Bauten konsequent meiden.
  • Keinesfalls versuchen, zu Fuß oder mit Fahrzeugen durch überflutete Straßen oder Strömungen zu gelangen.
  • Akkus aller Kommunikationsgeräte aufladen und wichtige Kontakte sowie Karten offline speichern.
  • Reisepläne flexibel anpassen und vor jedem Ortswechsel die aktuelle Wetter- und Straßenlage prüfen.

Zentrale Notrufnummern in Nepal

Für direkte Hilfe und Notfälle vor Ort stehen folgende Telefonnummern zur Verfügung:

  • Polizei: 100
  • Rettungsdienst / Krankenwagen: 102
  • Feuerwehr: 101
  • Touristenpolizei (englischsprachig): 1144
  • Hochwasser- und Wetter-Hotline: 1155

Die Touristenpolizei unterstützt speziell ausländische Gäste bei Vermisstenmeldungen, Verbindungsproblemen und der Koordination mit den Einsatzkräften vor Ort.

Konsularische Hilfe für europäische Reisende

Deutsche Staatsangehörige können sich im Notfall an die deutsche Botschaft in Kathmandu wenden oder sich in die Krisenvorsorgeliste „Elefand“ des Auswärtigen Amts eintragen. Bürger anderer EU-Staaten ohne eigene Botschaft vor Ort haben nach dem europäischen Konsularschutz das Recht, sich an die Vertretung eines anderen EU-Mitgliedslandes wie Deutschland oder Frankreich zu wenden.

Französische Staatsangehörige erreichen ihre Botschaft in Kathmandu im Notfall unter +977 980 101 7201, während italienische Staatsbürger den Krisendienst unter +39 06 36225 kontaktieren können. Für spanische Reisende steht die Notfallnummer +91 98101 74160 bereit.